Denkt
man an melodischen Death Metal, kommen einem aufgrund der derzeitigen
medialen Ausrichtung automatisch Bands wie In Flames oder Dark
Tranquility in den Sinn. Mit denen hat die Musik der griechischen
Band OVERGARVEN aber recht wenig zu tun. Tatsächlich
verwendet diese Underground-Combo größtenteils Elemente
aus dem traditionellen Heavy Metal und kombiniert diese mit
einigen death-lastigen Parts extremen Krächz- und Grunzvocals.
Des öfteren vernimmt man ganz eindeutig Einflüsse
von Bands wie Iron Maiden, die der Band aber gut zu Gesicht
stehen und sie außerdem nicht als Abklatsch von In Flames
& Co. dastehen lassen. Als Ausrutscher werte ich die weiblichen
Vocals im ersten Stück Bleeding World, die nur
wenig zur Wirkung der Musik beitragen und wie ein Experiment
wirken. Stücke wie Just A Fake oder das darauf
folgende Shattered Values sind da schon ein ganz anderes
Kaliber: einprägsame Gesangslinien, super Gitarrenarbeit
und ein cooler Groove. Genau so muss es sein!
OVERGARVEN legen es nicht darauf an, möglichst
extrem zu klingen, sondern wollen einfach ein paar coole Metalsongs
schreiben, die über den Genregrenzen stehen und in sich
geschlossen wirken. Konzeptlosigkeit kann man diesen irren Griechen
auf jeden Fall nicht vorwerfen!
Der ersehnte Plattenvertrag sollte eigentlich nicht lange auf
sich warten lassen, denn diese talentierte Band hätte ihn
sicher verdient. Mich würde es aber nicht wundern, wenn
auch OVERGARVEN trotz ihrer erstklassigen Kompositionen
auf der Strecke bleiben und ihr Dasein im tiefsten fristen würden,
denn entscheidend ist mittlerweile nicht mehr die Musik, sondern
die Ärsche in die man kriecht.