OSTARA
haben mit Secret Homeland und Kingdome
Gone Alben voller unvergesslicher Neofolk/Wave
Perlen geschaffen und sich mit tollen, poppigen Melodien und
Richard Leviathans eindringlichen Gesang voller Wehmut und Melancholie
einen dementsprechende Fanschar vor allem in Neofolk-Kreisen
erspielt. Mit ihrem 2003er Album Ultima Thule
vollzog sich eine leichte musikalischer Kursänderung, die
Besetzungswechseln in der Band geschuldet war – so zogen
auf einmal rockigere Gitarren in den sonst so anschmeichelnden
Sound ein, was so manchen Fan etwas verschreckte, aber nichtsdestotrotz
war auch Ultima Thule vom unvergleichlichen
Charme OSTARAS erfüllt.
Nun erscheint mit Immaculate Destruction
dessen Nachfolger und es stellt sich die Frage, ob OSTARA
den eingeschlagenen Kurs beibehalten oder doch in sanftere Gefilde
zurückrudern. Die Messlatte ist auf jeden Fall hoch.
Die ersten Takte des Openers Compassion From Above
lassen keine Zweifel kommen. Deutlich aggressivere Gitarreneruptionen
als noch auf dem Vorgängeralbum stürzen sich auf den
Hörer. Allerdings sind diese längst nicht so gut in
den Gesamtsound integriert und wirken häufig wie Fremdkörper.
Doch dies ist noch nicht alles: Vom feinen Gespür des Bandkopfes
Leviathan für Ohrwurmmelodien ist leider nur wenig übrig
geblieben. Songs wie Lichtbringer oder Immaculate
Destruction wirken beliebig und unausgereift, bleiben auch
nach mehreren Durchläufen überhaupt nicht im Ohr hängen.
Die beiden Klavierballaden Story Of Lament und The
Bridge lassen etwas Ruhe einkehren, halten qualitativ aber
keinen Vergleich mit früheren Werken stand. Lichtblicke
entstehen immer dann wenn Leviathan wie bei Red Honey
oder Endzeit die Akustikgitarre auspackt, wobei die
genannten Songs aber gemessen am bisherigen OSTARA-Niveau
allenfalls Mittelmaß sind.
Dieser OSTARA-Output ist leider eine herbe
Enttäuschung, für den ich in der Hoffnung auf eine
Rückbesinnung der Formation auf ihre Qualitäten mit
Wohlwollen noch 6,5 Punkte vergeben kann. Dass sie auch eine
etwas härtere Gangart beherrschen, haben sie ja mit Ultima
Thule schon bewiesen.
Etwas versöhnlicher - vor allem für langjährige
Anhänger - gibt sich die Bonus-CD der limitierten Edition,
auf der sich mit Butterfly Dance ein stellenweise schön
groovender, etwas experimenteller Track sowie unter anderem
Akustikversionen dreier Songs der regulären CD befinden.