OSTARA – Immaculate Destruction

 
Label: Trisol
Release: 26.09.2005
Von: Daniel
Punkte: 6,5/10
Time: 43:24
Stil: Gothicrock/Wave
URL: Ostara
 

OSTARA haben mit Secret Homeland und Kingdome Gone Alben voller unvergesslicher Neofolk/Wave Perlen geschaffen und sich mit tollen, poppigen Melodien und Richard Leviathans eindringlichen Gesang voller Wehmut und Melancholie einen dementsprechende Fanschar vor allem in Neofolk-Kreisen erspielt. Mit ihrem 2003er Album Ultima Thule vollzog sich eine leichte musikalischer Kursänderung, die Besetzungswechseln in der Band geschuldet war – so zogen auf einmal rockigere Gitarren in den sonst so anschmeichelnden Sound ein, was so manchen Fan etwas verschreckte, aber nichtsdestotrotz war auch Ultima Thule vom unvergleichlichen Charme OSTARAS erfüllt.
Nun erscheint mit Immaculate Destruction dessen Nachfolger und es stellt sich die Frage, ob OSTARA den eingeschlagenen Kurs beibehalten oder doch in sanftere Gefilde zurückrudern. Die Messlatte ist auf jeden Fall hoch.
Die ersten Takte des Openers Compassion From Above lassen keine Zweifel kommen. Deutlich aggressivere Gitarreneruptionen als noch auf dem Vorgängeralbum stürzen sich auf den Hörer. Allerdings sind diese längst nicht so gut in den Gesamtsound integriert und wirken häufig wie Fremdkörper. Doch dies ist noch nicht alles: Vom feinen Gespür des Bandkopfes Leviathan für Ohrwurmmelodien ist leider nur wenig übrig geblieben. Songs wie Lichtbringer oder Immaculate Destruction wirken beliebig und unausgereift, bleiben auch nach mehreren Durchläufen überhaupt nicht im Ohr hängen. Die beiden Klavierballaden Story Of Lament und The Bridge lassen etwas Ruhe einkehren, halten qualitativ aber keinen Vergleich mit früheren Werken stand. Lichtblicke entstehen immer dann wenn Leviathan wie bei Red Honey oder Endzeit die Akustikgitarre auspackt, wobei die genannten Songs aber gemessen am bisherigen OSTARA-Niveau allenfalls Mittelmaß sind.
Dieser OSTARA-Output ist leider eine herbe Enttäuschung, für den ich in der Hoffnung auf eine Rückbesinnung der Formation auf ihre Qualitäten mit Wohlwollen noch 6,5 Punkte vergeben kann. Dass sie auch eine etwas härtere Gangart beherrschen, haben sie ja mit Ultima Thule schon bewiesen.
Etwas versöhnlicher - vor allem für langjährige Anhänger - gibt sich die Bonus-CD der limitierten Edition, auf der sich mit Butterfly Dance ein stellenweise schön groovender, etwas experimenteller Track sowie unter anderem Akustikversionen dreier Songs der regulären CD befinden.