ORLOG – Reinigendes Feuer

 
Label: Det Germanske Folket
Release: 14.04.2006
Von: Seb
Punkte: 9.5 /10
Time: 45:06
Stil: Pagan/Black Metal
URL: Orlog
 
Seit 2005 scheinen wirklich äußerst gute Jahrgänge für den heimischen heidnischen Black Metal angebrochen zu sein! Den aktuellsten Beweis liefert mit ihrem Debütalbum Reinigende Feuer die sächsischen ORLOG, die zuvor schon mit jeweils einer Demo - MC & - EP auf sich aufmerksam machen konnten. Seit den Demos, die stilistisch klar dem Pagan/Viking Metal zuzuordnen waren, hat sich der Stil von ORLOG deutlich zum Black Metal nordischer Machart weiterentwickelt/geändert. Dass in dieser Richtung Potential besteht, wurde schon auf Erfüllung mit einer Coverversion von Emperor’s genialem I Am The Black Wizards bewiesen, auch wenn man freilich an die Leistung der Originale bei weitem nicht anknüpfen konnte. Der Abstand hat sich allerdings mittlerweile deutlich verringert; die Verbindung von schnellem, kompromisslos daherkommendem Spiel mit melodischeren und atmosphärischeren Parts und hin und wieder auch Akustik-Gitarren, wirkt inzwischen deutlich flüssiger. Sehr schön und teilweise wirklich überraschend wird immer wieder das Tempo gedrosselt, nur um nach kurzer Akustikeinlage oder etwas langsamerem Riffing wieder mit noch mehr Wucht weiterzumachen. Durch diese Auflockerungen wird Reinigende Feuer trotz allen Vorwärtsdrangs nie zu gradlinig, so dass sich der Sound ORLOGs während der ganzen Spieldauer nicht abnutzt. Trotzdem der ursprüngliche Pagan/Viking Stil mittlerweile im Großen und Ganzen und vor allem auf der zweiten Hälfte des Albums klarem, eiskaltem Black Metal gewichen ist, sehen sich die Sachsen dennoch selber nach wie vor als Pagan Metal Band. Das liegt aber wohl hauptsächlich an den Inhalten der ausschließlich auf Deutsch vorgetragenen Texte, in denen es größtenteils um klassisch heiden-metallische Themen wie nordische und germanische Mythologie geht. Obwohl Sänger Wolfram so richtig schön finster und böse agiert, sind die Texte dennoch meist (zumindest für den geübten BM-Hörer) zu verstehen.
Bei diesem Album einzelne Titel hervorzuheben ist aufgrund der durchgängig sehr hohen Qualität gar nicht so einfach, ich will’s aber dennoch mal versuchen *g* … Ziemlich angetan hat es mir beispielsweise der dritte Track Todgeweiht, der rasend schnell und finster beginnt, um dann eigentlich völlig aus der Rolle zu fallen und, als Einleitung zu einem feinen Solo, eine Thrash-Metal-Passage bereithält. Seltsam, passt aber. Sehr gelungen auch Flammenherrscher, das mit einigen sehr gelungenen Melodien aufwartet, und das abschließende ebenfalls ziemlich melodiegeladene Stück Stille, das zum Ende sogar richtig besinnliche Töne anschlägt und Reinigende Feuer fast sanft ausklingen lässt.

Fazit: Mit Reinigende Feuer ist ORLOG ein wirklich hervorragendes Black/Pagan-Metal-Album geglückt. Technische Versiertheit und anspruchsvolles Songwriting werden noch durch eine wirklich gelungene Produktion ergänzt. Wer das nicht kauft ist selber schuld! 9,5/10