ORKUS – Worms Of Tomorrow
 
Label: Twilight
Release: 06.09.2004
Von: Psycho
Punkte: 8,5
Time: 45:51
Stil: Black Metal
URL: Orkus
 

Im Black Metal-Bereich begegnen dem Rezensenten im Moment eigentlich nur zwei Arten von Bands: entweder prügelt man sich mit altbackenem Old School-Kram durch die Gegend, oder man sucht sein Seelenheil (?) in möglichst opulenten und sinfonischen Gefilden. Ganz selten hingegen findet man eine Band, die wirklich abseits dieser Strömungen steht und ernsthaft versucht, einen eigenen Stil zu kreieren. Und genau mit einem Vertreter dieser Art haben wir es bei ORKUS zu tun!

Die vier Musiker kennen auf ihrem neuen Album Worms Of Tomorrow folglich in der Tat keine Berührungsängste. Ihr zumeist mittelschneller Black Metal wird somit auch in alle Richtungen hin ziel- und geschmackssicher kombiniert, sei es mit Blast- oder eher normalen Metal-Parts, vielen superben Melodien oder cleanen, teilweise mehrstimmigen Vocals, Akustikpassagen oder dem Einsatz einer Viola. Keyboards dagegen findet man keine, ebenso wenig wie zusammengematschte Langweilerriffs im Hasenfick-Tempo oder uninspiriertes Rumgekreische.
Sehr löblich also, was ich mir hier anhören darf! Ob nun der Opener Heretic, das eher langsam gehaltene und mit einem absoluten Ohrwurmrefrain (sic) ausgestattete Titelstück, die schnellen Knüppler wie Shadowlife oder Pagan Dust; stets verbinden ORKUS in einer ungemein geschickten Kombination Härte und Melodie zu tollen Songs, die auch sehr gut den Spagat zwischen Eingängigkeit und interessanten Arrangements meistern. Zum Abschluss gibt es dann mit Phantoms Of Past Days noch was ganz ungewöhnliches zu hören, nämlich eine rein akustische Ballade, die aber auch kein schlechtes Bild macht und so wider Erwarten gut ins Gesamtkonzept passt.

Die Produktion passt dazu noch wie die Faust aufs Auge: nicht zu modern und synthetisch, aber immer transparent und schön knallig. Schade nur, dass ORKUS, bedingt durch den Grundwehrdienst ihres Sängers, für die nächste Zeit livetechnisch etwas lahm gelegt sein werden. Obwohl das ja auf der anderen Seite ein guter Grund mehr ist, sich zumindest mit der Tonkonserve der Band zu vergnügen...