OCEANS OF SADNESS – The Arrogance Of Ignorance

 
Label: Scarlet Records
Release: 22.09.2008
Von: Stormlord
Punkte: 9.5/10
Time: 51:24
Stil: Dark/Avantgarde Metal
URL: Oceans Of Sadness
 
Ich geb’s ja zu, dass ich an den Belgiern OCEANS OF SADNESS einen Narren gefressen habe, vor allem seit dem letzten Album Mirror Palace. Die aus allen möglichen Stilen zusammen gewürfelte Mischung ist sehr schwierig zu umschreiben und muss gehört, nein besser gesagt erlebt werden!

Die Musik packt mich wegen ihrer großen Vielfalt und fordert meine ganze Konzentration. Doch auch die außergewöhnlich vielseitige Stimme hat es mir angetan, da wird von Sänger Tijs Vanneste behände zwischen beliebigen Stilen hin- und hergewechselt, als ob es das Einfachste der Welt wäre. Seine Interpretation ist durch die teils sehr schnell gesungenen Textpassagen immer wieder herausragend und in hohem Maße eindringlich und intensiv.
Goldkelchen Tijs bekommt bei Subconscious Verstärkung von Annlouice Loegdlund (auch Diablo Swing Orchestra), aber die Verwendung der weiblichen Stimme bleibt hier ein besonderer Einzelfall.
Ganz nebenbei schreibt die Band lupenreine Ohrwürmer, die partout nicht mehr aus dem Gedächtnis weichen wollen. Macht euch nur selbst mit dem abwechslungsreichen Gold-Stück Self-Fulfilling Prophecy ein Bild der Qualitäten dieser verspielten Musiker. Die Geschwindigkeit wird auch sehr fein dosiert und variiert, sodass auch getragene Teile ihre Berechtigung haben und folglich teilweise langsamere Stücke wie Some Things Seem So Easy zu nimmerfaden Gassenhauern werden lassen.
Schon der Titel The Arrogance Of Ignorance steht exemplarisch für die progressive Herangehensweise und ich bin dankbar, dass es Bands wie OCEANS OF SADNESS gibt, die einfach anders sind: schwer zugänglich und vielschichtig - doch hat man sich einmal auf sie eingelassen, dann wachsen die Kompositionen ob ihrer zahllosen Details sehr ans Herz.
Progressive Elemente kommen beizeiten ebenso zum Tragen wie melodischer Death Metal, Orgelsounds stehen gleichberechtigt neben drückenden Gitarren. Wunderbare Melodiebögen tragen die einfühlsamen Stücke und bilden die Basis für ein lohnensreiches Hörvergnügen.

Schlussendlich entsteht trotz des Sammelsuriums an Stilelementen am Ende ein harmonisches Gesamtbild, das keinerlei Wünsche offen lässt. Mit The Arrogance Of Innocence kommen sowohl Genießer toller Harmonien als auch Freunde komplexer Klänge und sogar Fans gemäßigter Death/Black Metal Härte voll auf ihre Kosten. The Arrogance Of Ignorance verdient eure Aufmerksamkeit!