OOMPH! – Gott ist ein Popstar (Single ltd. Edition)

 
Label: G.U.N. Records
Release: 24.02.2006
Von: Psycho
Punkte: -/-
Time: 19:53
Stil: Electro Metal
URL: Oomph!
 
Im bereits gewohnten Digi-Pack kommt die limitierte Auflage der neuen OOMPH!-Single daher, und es war natürlich schon interessant zu sehen, wie es mit der Band nach dem rasanten Erfolg des letzten Albums Wahrheit oder Pflicht weitergehen würde.
Das Video zu Gott ist ein Popstar hatte ich schon vorher gesehen; dabei drängte sich mir der Eindruck auf, dass es sich trotz wieder etwas mehr in den Vordergrund gerückter Synthiespielereien insgesamt doch um eine Art Sicherheits-Track handelt, der absolut kalkulierbar in die Charts gehen würde. Dafür sollten schon die eingängigen Melodien, die wohldosierte Härte und der Mitsing-Refrain sorgen.
Es kam aber dann doch etwas anders. Zwar stieg das Stück wirklich hoch in die Charts ein, aber im Rahmen der derzeitigen Religious Correctness-Debatte (oder wie immer man das nennen soll) wurde der Song von praktisch keinem Radio-Sender in der Republik gespielt, und die Band wurde auch vom Veranstalter der Echo-Verleihung wieder ausgeladen. Was mal wieder grandios beweist, dass diese ganzen Leute überhaupt keine Ahnung haben, denn in den letzten beiden Jahren wurden OOMPH! von genau diesen Personen hofiert, obwohl Dero schon seit den ersten Veröffentlichungen Texte mit analogen Inhalten zum Thema Religion verfasst hat. Nur haben das damals eben nicht so viele Menschen mitbekommen. Das zeugt von schlecht recherchiertem Journalismus und grenzt verdächtig an Kleingeistigkeit und (unnötige) Zensur, zumal der Text zu Gott ist ein Popstar durchaus auch eine medienkritische Aussage beinhaltet bzw. die Frage reflektiert, wie unsere Gesellschaft mit (plötzlich) im Rampenlicht stehenden Menschen, die von heute auf morgen als Stars verkauft werden, umgeht. Mal schauen, wie sich diese ganze Sache mit Veröffentlichung einer zweiten Single weiterentwickelt...
Kommen wir daher zu den weiteren Stücken auf dieser CD. Ich will Deine Seele wird auch auf dem kommenden Album GlaubeLiebeTod enthalten sein, ist dort aber nach meinem bisherigen Höreindrücken (Snippet-CD mit angespielten Tracks) eines der schwächeren Stücke. Von den beiden Non-Album-Tracks Weißt Du wie viel Sterne stehen (eher klassischer, harter OOMPH!-Rocker) und Fragment (sehr düster, mit fies geflüsterten Vocals von Dero) gefällt mir letzteres deutlich besser, auch wenn es eher den Charakter eines Outros als den eines eigenständigen Stücks hat.
Danach dürfen sich dann endlich mal wieder die Leute freuen, die OOMPH! ab der Einführung von harten Gitarren (also ab dem zweiten Album Sperm) nicht mehr leiden mochten, denn zum Schluss gibt es das Titelstück der CD in einem endlich mal richtig amtlichen Transporterraum-Mix in einer geilen Electro-Version (gänzlich ohne Gitarren und mit viel besseren Vocals), die absolut bewegungskompatibel ist und stilistisch verdächtig nach alten Hits wie Der neue Gott klingt.
Fazit: Kann man kaufen.