Im
bereits gewohnten Digi-Pack kommt die limitierte Auflage der
neuen OOMPH!-Single daher, und es war natürlich
schon interessant zu sehen, wie es mit der Band nach dem rasanten
Erfolg des letzten Albums Wahrheit oder Pflicht
weitergehen würde.
Das Video zu Gott ist ein Popstar hatte ich schon vorher
gesehen; dabei drängte sich mir der Eindruck auf, dass
es sich trotz wieder etwas mehr in den Vordergrund gerückter
Synthiespielereien insgesamt doch um eine Art Sicherheits-Track
handelt, der absolut kalkulierbar in die Charts gehen würde.
Dafür sollten schon die eingängigen Melodien, die
wohldosierte Härte und der Mitsing-Refrain sorgen.
Es kam aber dann doch etwas anders. Zwar stieg das Stück
wirklich hoch in die Charts ein, aber im Rahmen der derzeitigen
Religious Correctness-Debatte (oder wie immer man das nennen
soll) wurde der Song von praktisch keinem Radio-Sender in der
Republik gespielt, und die Band wurde auch vom Veranstalter
der Echo-Verleihung wieder ausgeladen. Was mal wieder grandios
beweist, dass diese ganzen Leute überhaupt keine Ahnung
haben, denn in den letzten beiden Jahren wurden OOMPH!
von genau diesen Personen hofiert, obwohl Dero schon seit den
ersten Veröffentlichungen Texte mit analogen Inhalten zum
Thema Religion verfasst hat. Nur haben das damals eben nicht
so viele Menschen mitbekommen. Das zeugt von schlecht recherchiertem
Journalismus und grenzt verdächtig an Kleingeistigkeit
und (unnötige) Zensur, zumal der Text zu Gott ist ein
Popstar durchaus auch eine medienkritische Aussage beinhaltet
bzw. die Frage reflektiert, wie unsere Gesellschaft mit (plötzlich)
im Rampenlicht stehenden Menschen, die von heute auf morgen
als Stars verkauft werden, umgeht. Mal schauen, wie sich diese
ganze Sache mit Veröffentlichung einer zweiten Single weiterentwickelt...
Kommen wir daher zu den weiteren Stücken auf dieser CD.
Ich will Deine Seele wird auch auf dem kommenden Album
GlaubeLiebeTod enthalten sein, ist
dort aber nach meinem bisherigen Höreindrücken (Snippet-CD
mit angespielten Tracks) eines der schwächeren Stücke.
Von den beiden Non-Album-Tracks Weißt Du wie viel
Sterne stehen (eher klassischer, harter OOMPH!-Rocker)
und Fragment (sehr düster, mit fies geflüsterten
Vocals von Dero) gefällt mir letzteres deutlich besser,
auch wenn es eher den Charakter eines Outros als den eines eigenständigen
Stücks hat.
Danach dürfen sich dann endlich mal wieder die Leute freuen,
die OOMPH! ab der Einführung von harten
Gitarren (also ab dem zweiten Album Sperm)
nicht mehr leiden mochten, denn zum Schluss gibt es das Titelstück
der CD in einem endlich mal richtig amtlichen Transporterraum-Mix
in einer geilen Electro-Version (gänzlich ohne Gitarren
und mit viel besseren Vocals), die absolut bewegungskompatibel
ist und stilistisch verdächtig nach alten Hits wie Der
neue Gott klingt.
Fazit: Kann man kaufen.