ODROERIR – Götterlieder

 
Label: Einheit Produktionen
Release: 05.09.2005
Von: Dajana
Punkte: 8/10
Time: 51:47
Stil: Pagan/Folk Metal
URL: Odroerir
 

Mit Götterlieder haben ODOERIR schon fast ein kleines Meisterwerk heidnischer Tonkunst abgeliefert. Die Thüringer (mit Leuten von XIV Dark Centuries und Menhir) haben sich auf dem Zweitwerk der Edda und da insbesondere der Snorra Edda verschrieben. Sie berichten von der leeren grundlosen Gähnung, der Erschaffung Midgards, Krieg und Völkermord, Aasen, Zwergenkunst und Ränkeschmieden, Met, Weisen, Hexen und jungfräulichen Mägden.
Die Lieder sind weitestgehend akustisch gehalten und leben von der Gitarre, monumentalen Chören und wundervollen Melodien. Schnell nehmen Texte und Erzählungen gefangen und entführen ins Reich der Mythen und Sagen. Spätestens mit dem dritten Durchlauf ist man versucht mitzusingen und schmeckt förmlich den Met im Rachen ;) In Wanenkrieg, Odroerir und Zwergenschmiede z.B. verleihen verzerrte Gitarren – die im Übrigen einen recht eigenwilligen Sound haben – dem kriegerischen Treiben Kraft und Nachdruck, um dann wieder vom weiblichen Gesang und lieblichen Melodien gemildert zu werden. Neben den akustischen Gitarren gibt es allerlei Schlagwerk und eine Geige. Flöten und Maultrommeln lassen sich allerdings kaum wahrnehmen, hier hätte ich mir mehr Dominanz bei diesen Instrumenten gewünscht. Auch mit den Solos übertreibt man es ein klein wenig. Sie sind nicht schlecht, aber auch nicht zwingend genug, um sich in diesem Maße daran zu bedienen. Dies sei nur erwähnt, schmälert aber keineswegs den Hörgenuss.
Götterlieder wächst und entwickelt sich mit jedem erneuten Durchlauf, Gesänge und Harmonien verschmelzen und setzen sich dann unweigerlich im Ohr fest. Jedes Lied hat seine eigene Faszination. Ein wirklich schönes Album!