Davon
abgesehen, das Killing Jokes Jaz Coleman auf Holy
Armour From The Jaws Of God ein Ständchen
gibt, hat man auf OCTOBER FILE’s zweitem
Album mehr als einmal das Gefühl, das Killing Joke hier
musikalisch Pate gestanden haben. Der fiese Bastard aus monotonen
Soundwänden, spärlichen Melodien und einem scheinbar
in den letzten Zügen liegendem Gesang Marke Lemmy ähnelt
doch zu sehr den Platten, die Killing Joke in den letzten 10
Jahren aufgenommen haben. Das soll allerdings keine negativer
Punkt sein, OCTOBER FILE rocken wie Hölle
und walzen alles danieder, was im Wege steht und das mit einer
bedingungslosen Konsequenz, das einem schon Angst und Bange
wird. Pausen gibt es hier keine, dennoch muss man Geduld haben,
um Songs zu überstehen, die scheinbar nur ein Riff oder
gar keine Melodie haben, bzw. gesangstechnisch monotones Brüllen
als einzige Variation von monotonem Brüllen haben.
Womit wir beim Manko der Platte wären: der Wiedererkennungswert
ist doch an einigen Stellen etwas gering... Wenn jedoch wie
bei High Octane Climate Changer plötzlich die
Akustikgitarren ein wenig Frieden bringen und Jaz Coleman dazu
erst singt und dann... na, ihr wisst schon, dann ist die Überraschung
um so größer. Oder wie im finalen So Poor,
das sehr an die Democrazy Phase von Killing Joke oder die letzten
Godflesh Aufnahmen erinnert. Leider etwas selten diese Momente.
Ansonsten ist Holy Armour From The Jaws Of God
ganz, ganz großartig zum Rübe freipusten.
Grob gesagt: OCTOBER FILE spielen rockigen
Hardcore, der auch ohne Industrial Elemente ein wenig industrielles
Feeling aufkommen lässt.
Ganz übel ist jedoch das schreckliche Cover ... Puh, das
geht gar nicht. Kategorie: Schlimmstes Cover des Jahres.