Da hat sich
das englische Candlelight Label aber einen dicken Fisch an Land
gezogen! Das norwegische Damen-Sextett OCTAVIA SPERATI
legt mit Winter Enclosure nämlich
ein absolut überzeugendes Debüt vor, welches allen
Freunden atmosphärischer, aber doch melodischer Düster-Kost
bestens gefallen sollte.
Stilistisch lässt man sich dabei nicht so richtig einordnen,
so finden sich Elemente des Gothic Metals gleichberechtigt neben
denen des Doom Metal, gleichzeitig rockt die Platte aber auch
ganz ordentlich. Die Mischung stimmt daher und kann am besten
mit The Gatherings Strange Machine meets Madder Mortem meets
alte The 3rd And The Mortal umschrieben werden.
Da stört es auch nicht, dass sich mit Lifelines Of
Depth (nebst Intro) das stärkste Stück bereits
am Anfang der CD befindet. Der Song ist einfach nur wunderschön
und fräst sich mit seinen hypnotischen Melodien, dem betörenden
Gesang und seinem interessanten Aufbau unbarmherzig in die Gehirnwindungen
des Hörers. Alleine dafür lohnt sich schon der Erwerb
von Winter Enclosure!
Aber auch wenn nicht alle Stücke mit solch überirdischer
Schönheit gesegnet sind, so sind sie ihr Geld allemal wert.
So z.B. Future Is, wo die Mädels mittendrin spontan
einfach mal mächtig Gas geben und so stilistisch eigentlich
völlig aus dem Rahmen fallen, die Knüppel-Passagen
aber eben doch geschickt einbinden. Oder das Abschluss-Doppel
Without Air (Before +After), welches zunächst
durch seine leise, melancholische Grundstimmung besticht, bevor
mächtige Riffs für eine monumental-doomige Atmosphäre
sorgen. Oder aber das direkt nach Lifelines... kommende
Soundless, welches es an dieser Position eigentlich
am schwersten haben sollte und anfangs erst etwas sperrig wirkt,
jedoch mit jedem Durchlauf wächst und schließlich
voll überzeugen kann.
Da bei den restlichen Stücken die Kombination aus den tollen
Gitarren-Melodien, den sehr passenden Keyboard- und Piano-Einsätzen
sowie dem klasse Gesang ebenfalls stimmt, die Produktion transparent
und knackig ist und die CD auch nach häufigem Anhören
nicht langweilig wird, sind für OCTAVIA SPERATI
8,5 Punkte nicht zu hoch gegriffen. Wer anspruchsvolle und doch
catchy norwegische Kost kennt und schätzt, der kommt an
diesem Album nicht vorbei.