OCTAVIA SPERATI – Winter Enclosure

 
Label: Candlelight
Release: 09.05.2005
Von: Psycho
Punkte: 8.5/10
Time: 40:41
Stil: Gothic Doom Gloom
URL: Octavia Sperati
 

Da hat sich das englische Candlelight Label aber einen dicken Fisch an Land gezogen! Das norwegische Damen-Sextett OCTAVIA SPERATI legt mit Winter Enclosure nämlich ein absolut überzeugendes Debüt vor, welches allen Freunden atmosphärischer, aber doch melodischer Düster-Kost bestens gefallen sollte.
Stilistisch lässt man sich dabei nicht so richtig einordnen, so finden sich Elemente des Gothic Metals gleichberechtigt neben denen des Doom Metal, gleichzeitig rockt die Platte aber auch ganz ordentlich. Die Mischung stimmt daher und kann am besten mit The Gatherings Strange Machine meets Madder Mortem meets alte The 3rd And The Mortal umschrieben werden.
Da stört es auch nicht, dass sich mit Lifelines Of Depth (nebst Intro) das stärkste Stück bereits am Anfang der CD befindet. Der Song ist einfach nur wunderschön und fräst sich mit seinen hypnotischen Melodien, dem betörenden Gesang und seinem interessanten Aufbau unbarmherzig in die Gehirnwindungen des Hörers. Alleine dafür lohnt sich schon der Erwerb von Winter Enclosure!
Aber auch wenn nicht alle Stücke mit solch überirdischer Schönheit gesegnet sind, so sind sie ihr Geld allemal wert. So z.B. Future Is, wo die Mädels mittendrin spontan einfach mal mächtig Gas geben und so stilistisch eigentlich völlig aus dem Rahmen fallen, die Knüppel-Passagen aber eben doch geschickt einbinden. Oder das Abschluss-Doppel Without Air (Before +After), welches zunächst durch seine leise, melancholische Grundstimmung besticht, bevor mächtige Riffs für eine monumental-doomige Atmosphäre sorgen. Oder aber das direkt nach Lifelines... kommende Soundless, welches es an dieser Position eigentlich am schwersten haben sollte und anfangs erst etwas sperrig wirkt, jedoch mit jedem Durchlauf wächst und schließlich voll überzeugen kann.
Da bei den restlichen Stücken die Kombination aus den tollen Gitarren-Melodien, den sehr passenden Keyboard- und Piano-Einsätzen sowie dem klasse Gesang ebenfalls stimmt, die Produktion transparent und knackig ist und die CD auch nach häufigem Anhören nicht langweilig wird, sind für OCTAVIA SPERATI 8,5 Punkte nicht zu hoch gegriffen. Wer anspruchsvolle und doch catchy norwegische Kost kennt und schätzt, der kommt an diesem Album nicht vorbei.