OCEANSIZE – Frames

 
Label: SPV
Release: 28.09.2007
Von: BRT
Punkte: 10/10
Time: 65:56
Stil: Psychedelic Progressiv Post Metal
URL: Oceansize
 
OCEANSIZE waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ihr Debüt Album Effloresce erschien zur selben Zeit, als "progressiv" angehauchte Platten von Bands wie Cave-In, Dredg, Aereogramme oder der befreundeten Band Amplifier erschienen, um sich gleich in den Top Ten vieler Indie-Fans festzubeißen. Angehaucht von vielen Pink-Floyd-simen konnte ihre Nähe zum Metal auch Fans von Bands wie Isis und Konsorten begeistern. Ihr Zweitwerk Everyone In Position schoss OCEANSIZE in die Pole Position, durch Anklänge an Tool und sparsam um die Ecke schielenden Faith No More war die Platte einer der Höhepunkte des Jahres 2005. Wenn auch poppiger als das Debüt, brauchte man dennoch einige Anläufe um die Platte zu verstehen.

Die ersten Rezensionen zum aktuellen Longplayer Frames lasen sich da überraschenderweise schon eher gespalten und sprachen von Stagnation, zu langen Songs und fehlender Zugänglichkeit.
Alles Blödsinn, mag sein, das der poppige Anteil zurückgefahren wurde, die psychedelischen Elemente wieder mehr im Vordergrund stehen, aber von Stagnation oder Vorhersehbarkeit der Songs keine Spur. Die Befürchtung, das auch OCEANSIZE anfangen würden ihre Songs bis zum geht nicht mehr tot zu kalkulieren, hat sich buddhaseidank ebenfalls nicht bewahrheitet.

Frames ist eine sehr lebendige, spannungsgeladene und atmosphärische Platte. Sie lässt sich Zeit, Spannungen aufzubauen, wunderbare Melodien wirken zu lassen, ist aber auch weniger dynamisch als ihr Vorgänger. Aber allein die Spannung, die schon in den ersten vier Songs und in über einer halben Stunde Spielzeit aufgebaut wird, lässt einen wie gebannt vor der Stereoanlage verharren.
Zwar wurden im Großen und Ganzen die Elemente der Vorgänger beibehalten, doch schielen auch hier wieder überraschende Neuerungen hinter den Ecken hervor. Bei Savant zum Beispiel scheinen für den finalen Part The Verve's Bitter Sweet Symphony Pate gestanden zu haben, mehr als einmal schauen wieder Faith No More zu Angel Dust Zeiten um die Ecke, und richtig LAUT im Sinne von Stakkato-artigen Gitarren-Massakern à la Meshuggah oder Tool wird es erst im vorletzten Song Sleeping Dogs And Dead Lions, das allgemein auch sehr wirr und chaotisch klingt. Das Zehnminütige An Old Friend Of The Christies schiebt den Sound in ruhige Sphären die Isis zu Panopticon Zeiten ähneln und transportiert eine ähnlich majestätische ozeanische Atmosphäre.

OCEANSIZE haben die Stärken ihrer beiden Vorgängerplatten zusammengefasst und mit neuen Elementen belebt. Für mich eins der überraschenden Highlights dieses Jahres. Warum? Ehrlich, ich habe nicht damit gerechnet... Vielleicht ist Frames die erste Platte von OCEANSIZE, die mich komplett und restlos und ohne wenn und aber begeistert. Einen Song hervorzuheben fällt schwer, Frames ist ein Album und keine Single-Sammlung, man sollte es auch so hören!!!
Das Namedropping hat sich oben schon erledigt. Fans genannter Bands greifen hier zu, das ist Pflicht! Fans von OCEANSIZE können sich auf einen würdigen Nachfolger von Everyone In Position und auf mehr als eine Stunde grandiose Musik freuen. Platte des Monats. Zweifellos!!!