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Obwohl
OCCULT nun bereits geschlagene zwölf Jahre tätig sind und
mit Rage To Revenge bereits Longplayer Nummero drei
(nebst zahlreichen Promo-Demos) vorweisen können, entdeckte ich
die überaus talentierte und hochkarätige Band erst mit Longplayer
Nummero zwo (Of Flesh And Blood 1999) - und auch
dies nur über Umwege (Rachels Einstieg bei den Death Metal-Größen
SINISTER). Dies ist vor allem der mangelnden Promotionarbeit der
vorherigen Labels Foundation 2000 Records (u.a. GOREFEST) und
Massacre Records (u.a. MASSACRA, GURKKHAS) zuzuschreiben - allerdings
sollte sich mit dem Labelwechsel zu dem mir bisher eher unbekannten
Label Painkiller Records die Situation für das holländische Quintett
deutlich bessern, zumal das belgische Label, zusätzlich zum aktuellen
Longplayer, auch das Geld für eine Vorab-Singelauskopplung (Violence
And Hatred feat. den Titeltrack und Killing For Recreation)
zur Verfügung gestellt hat und außerdem mit den ihm zu Verfügung
stehenden Mitteln versucht, die Band auf Tour zu schicken - was
die bisherigen Labels ebenfalls versäumt haben.
Allerdings
gab es kürzlich auch einen Einschnitt im Aufwind der Bandhistory
- Rachel musste aus zeitlichen Gründen OCCULT verlassen,
da SINISTER immer mehr Zeit in Anspruch nehmen und sie sich der
Doppelbelastung nicht mehr gewachsen fühlte. Momentan plant die
verbleibende Band, als Quartett weiter zu machen, was ich allerdings
als Kritikpunkt ansehe, da Rachels thrashige Stimme den bisherigen
OCCULT-Outputs einen gewissen Charme verliehen hat und
sie über die restlichen Thrash/Death-Veröffentlichungen von ähnlichem
Karat gestellt hat. Auf Rage To Revenge ist das
extrem wandelbare Gesangstalent (von thrashigen Shouts bei
OCCULT bis hin zu - möglicherweise manipulierten, ich weiß
es nicht - tiefen Grunts bei SINISTER) nach wie vor zu hören,
was das Album zu einem ähnlichen Hörgenuß macht, wie bereits
den Vorgänger Of Flesh And Blood.
Obwohl
OCCULT bei Painkiller Records vermutlich nicht das gleiche
Budget wie beim, doch etwas größeren Label, Massacre Records zur
Verfügung hatten (allerdings dort auch nicht die Vormachtstellung
einnahmen), wirkte sich dies in keiner Weise auf das Endprodukt
aus - soundtechnisch ähnlich klar, differenziert und wuchtig (aber
dennoch thrash-lastig), layouttechnisch nur geringfügig schlechter
als auf Of Flesh And Blood hämmern sich die Mannen
um Rachel Heyzer stilistisch nur geringfügig verändert durch neun
stark thrashlastige Death Metal Hymnen, die nicht selten an ältere
HYPNOSIA (r.i.p. - besonders ob der beinahe identischen Stimmlage
Rachels mit HYPNOSIA-Fronter Cab Castervall) oder auch KREATOR
zu Extreme Aggression - Zeiten erinnern.
Der
Begriff "geringfügig verändert" bezieht sich hierbei auf die starke
Reduzierung der melodischen Aspekte, auf die der ehemalige Gitarrist
Leon Pennings bisher (und vor allem auf Of Flesh And Blood)
extrem viel Wert gesetzt hat. Konnte der Vorgänger teilweise sogar
akustische Gitarrenparts aufweisen, ist der aktuelle Longplayer
deutlich direkter, mehr "right into the face" und definitiv brutaler.
Was aber nicht heißen soll, dass OCCULT verlernt haben,
auch gewisse Melodiebögen in ihre Songs einzubauen - nach wie
vor kann man die Holländer als eine erstklassige leicht melodische,
stark thrashlastige Death Metal Partie bezeichnen, aber von den
momentan stark angesagten (und nicht minder genialen) Knüppelpartien
a la HOUWITSER, INHUMAN oder SEVERE TORTURE sind sie noch immer,
trotz Melodiereduzierung, Lichtjahre entfernt.
Auch
das Wechselspiel zwischen Maurices tiefen Death-Shouts (die nun
erstmals stellenweise an die göttlichen Schweizer MESSIAH erinnern)
und den bereits angesprochen thrashigen Shouts von Rachel wurde
auf Rage To Revenge perfektioniert, wodurch sich
ein flüssiges, eingängiges und durchwegs äußerst starkes Album
ergibt, dass zwar nicht mit absoluten Höhepunkten aufwarten kann
(wie der Vorgänger zum Beispiel mit Parasite), allerdings
auch keinen einzigen Tief- oder Schwachpunkt in sich birgt.
Untermalt
wird das hervorragende Album mit einem grandiosen und stylischen
Covermotiv, welches von Kris Verwimp angefertigt wurde, der auch
schon für Bands wie ENTHRONED und HYPNOSIA tätig war. Während
die Aufmachung an sich äußerst kunstvoll und edel ist (Digipack),
hätte man doch etwas mehr Zeit für die Innengestaltung des Booklet's
aufwenden können, zumal die - zumindest bisher - äußerst interessanten
Texte leider diesmal großteils absolut unlesbar sind.
Abschließend
noch meine Bitte an die Band, sich nach einem möglichst gleichwertigen
Ersatz für Rachel umzusehen, da meiner Ansicht nach vor allem
das Wechselspiel zwischen Death- und Thrash-Vocals OCCULT
über die restlichen, stilistisch ähnlichen Partien gehoben hat
und ich fürchte, der Verlust dieser Besonderheit würde OCCULT
in der nach wie vor andauernden Bandflut untergehen lassen...
Occult
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