Die
meisten Heidenmetall-Fans werden bereits am Titel des Albums,
Gylfaginning, erkannt haben, dass es in diesem
Debütwerk inhaltlich um einen der zentralen Bestandteile
nordischer Mythologie geht. OAKENSHIELD nimmt den Hörer
mit auf eine einstündige Reise von Gunningagap,
der Leere vor dem Anbeginn der Schöpfung, bis hin zur finalen
Schlacht Vigridr.
Zwar nur ein Musiker, dafür aber eine Vielzahl an Instrumenten
und feinen Melodien sorgen für elf zumeist ruhige bzw.
getragene, aber dennoch recht abwechslungsreiche und dem Thema
entsprechend erhabene Stücke. Mit seiner meist unaufgeregten
Art lädt das Album förmlich dazu ein, es sich gemütlich
zu machen, zurückzulehnen und sich für eine knappe
Stunde in vergangene Zeiten entführen zu lassen. Gylfaginning
bleibt zwar thematisch in der gleichen Schiene wie derzeit so
viele Bands und Projekte, kommt aber, vor allem verglichen mit
den vielen komplett unkreativen z.B. Ensiferum- und Moonsorrow-Klonen
die der Erfolg des Genres zur Zeit in rascher Folge hervorbringt,
erfrischend unbekümmert und in weiten Teilen schon recht
eigenständig daher.
Ein gelungenes erstes Studioalbum von OAKENSHIELD, das
zum einen den starken Eindruck, der mit den ersten beiden Demos
(davon eines noch unter dem Namen Nifelhel) entstanden war,
bestätigen kann, und zum anderen schon beim ersten Wurf
kaum einen Vergleich mit den etablierten Bands des Genres scheuen
muss.