NOSDRAMA – Cold Trails, Long Roots

 
Label: Eigenproduktion
Release: 01.01.2006
Von: Psycho
Punkte: 9/10
Time: 48:33
Stil: Alternative
URL: Nosdrama
 
Das finnische Trio NOSDRAMA hatte zunächst bei uns angefragt, ob wir überhaupt Interesse daran hätten, ihre neueste, selbst erstellte CD zu besprechen. Klar hatten wir, denn bereits der erste Höreindruck auf der Webseite ließ Großes erahnen!
Die Band sieht sich selber anscheinend durchaus noch in einer gewissen Metal-Tradition, klingt für meinen Geschmack aber vielmehr wie eine sehr eigenständige Mischung aus den härteren Tea Party (ohne orientalische Einflüsse), neueren Anathema (die ja ebenfalls nicht mehr wirklich Metal sind) und etwas Deftones. Bereits der Opener Xen Omm glänzt mit einem interessanten, intelligenten Songaufbau, sehr rockigen, einprägsamen Riffs und genau der richtigen Portion Melancholie. Der cleane, ausdrucksstarke Gesang unterstreicht dabei optimal die aufgebaute Atmosphäre, während die Produktion es ordentlich krachen lässt. Lediglich das Mastering hätte man noch etwas besser hinkriegen können. Trotzdem kaum zu glauben, dass dieses Album noch im Eigenvertrieb erscheinen muss…
Weitere Höhepunkte sind das mit hypnotischen Melodien ausgestattete Titelstück Cold Trails, Long Roots, das härteste Stück Nemo Ante Mortem, welches sogar mit einigen Doublebass-Passagen aufwarten kann, sowie die endgeile Ballade Things That Made The Pain, auch wenn hier gesanglich vielleicht doch noch mehr drin gewesen wäre. Authentizität und Gefühl stimmen aber definitiv, was will man also mehr?
Da es auch bei den anderen, teils über neun Minuten langen Stücken keine Ausfälle zu vermelden gibt, kann ich euch diese tolle CD nur wärmstens ans Herz legen. Ist zwar eigentlich eher Musik für die dunkle Jahreszeit oder z.B. stürmische Herbstabende, aber das sollte nun wirklich niemanden davon abhalten, NOSDRAMA zumindest mal anzuchecken. 9 Punkte