Das
finnische Trio NOSDRAMA hatte zunächst
bei uns angefragt, ob wir überhaupt Interesse daran hätten,
ihre neueste, selbst erstellte CD zu besprechen. Klar hatten
wir, denn bereits der erste Höreindruck auf der Webseite
ließ Großes erahnen!
Die Band sieht sich selber anscheinend durchaus noch in einer
gewissen Metal-Tradition, klingt für meinen Geschmack aber
vielmehr wie eine sehr eigenständige Mischung aus den härteren
Tea Party (ohne orientalische Einflüsse), neueren Anathema
(die ja ebenfalls nicht mehr wirklich Metal sind) und etwas
Deftones. Bereits der Opener Xen Omm glänzt mit
einem interessanten, intelligenten Songaufbau, sehr rockigen,
einprägsamen Riffs und genau der richtigen Portion Melancholie.
Der cleane, ausdrucksstarke Gesang unterstreicht dabei optimal
die aufgebaute Atmosphäre, während die Produktion
es ordentlich krachen lässt. Lediglich das Mastering hätte
man noch etwas besser hinkriegen können. Trotzdem kaum
zu glauben, dass dieses Album noch im Eigenvertrieb erscheinen
muss…
Weitere Höhepunkte sind das mit hypnotischen Melodien ausgestattete
Titelstück Cold Trails, Long Roots, das härteste
Stück Nemo Ante Mortem, welches sogar mit einigen
Doublebass-Passagen aufwarten kann, sowie die endgeile Ballade
Things That Made The Pain, auch wenn hier gesanglich
vielleicht doch noch mehr drin gewesen wäre. Authentizität
und Gefühl stimmen aber definitiv, was will man also mehr?
Da es auch bei den anderen, teils über neun Minuten langen
Stücken keine Ausfälle zu vermelden gibt, kann ich
euch diese tolle CD nur wärmstens ans Herz legen. Ist zwar
eigentlich eher Musik für die dunkle Jahreszeit oder z.B.
stürmische Herbstabende, aber das sollte nun wirklich niemanden
davon abhalten, NOSDRAMA zumindest mal anzuchecken.
9 Punkte