NINE INCH NAILS – Year Zero

 
Label: Interscope
Release: 13.04.2007
Von: Dajana
Punkte: 7/10
Time: 63:50
Stil: Industrial Rock
URL: Nine Inch Nails
 
Mit einer wohl inszenierten Promotion Kampagne hat Trent Reznor persönlich die Spannung und Erwartungshaltung zum neuen Album Year Zero hochgeschraubt, welche sich an einem Freitag den 13. dann endlich entladen durfte. Da Mr. Reznor bekanntermaßen musikalisch wandelbar wie ein Chamäleon ist, wie unlängst mit dem Vorgänger With Teeth einmal mehr bewiesen, ließ sich schwer abschätzen, was einen erwarten könnte. Auffällig ist in jeden Fall jedoch der kurze Zeitraum zwischen den beiden Veröffentlichungen. Die konzeptionelle Story hinter Year Zero könnte kaum schräger und abgefahrener sein: wilde Verschwörungstheorien und düsteren Zukunftsvisionen im Jahre 2022 bestimmen den lyrischen Kontext und bieten reichlich Freiraum für musikalische Interpretationen, von denen aber herzlich wenig Gebrauch gemacht wurde.
Natürlich findet man auf Year Zero alle bekannten NINE INCH NAILS Trademarks. Der Sound ist dicht, intensiv, teilweise verstörend und sperrig. Harte, treibende Beats und verzerrte Gitarren hypnotisieren. Aber… nichts von dem ist noch innovativ, neu oder anders. Soundelemente klingen zu sehr platziert und abgewogen, schräge Industrial-Einbrüche zu gezielt. Für meinen Geschmack zuviel Kalkül und zuwenig Spontaneität. Es scheint, Mr. Reznor fällt auch nichts mehr ein. Die Trademarks werden einfach nur reproduziert, gibt es zu viele Zitate zu alten Hits. Keiner der Songs steht wirklich deutlich heraus oder bleibt gar im Ohr hängen, was nicht heißen soll, das die Tracks schlecht wären. Alle 16 Songs bewegen sich über gut einer Stunde auf gleich bleibend hohem Niveau, dennoch wirkt Year Zero auf die Dauer langatmig. Songs wie der Opener The Beginning Of The End, Capital G, die krassen Gegensätze von The Good Soldier und dem folgenden Vessel, ebenso wie The Warning oder God Given erhaschen zwar Aufmerksamkeit, diese lässt aber auch schnell wieder nach. Schade, aber insgesamt bleibt alles im „nett, aber hatten wir schon mal“ Modus.