NIGHTWISH Century Child

 
Label: Spinefarm Records
Release: 2002
Von: Byron
Punkte: 8/10
Time: 50:11
Stil: Symphonic Metal
URL: Nightwish
 
Es war jedem klar, das man ein Meisterstück wie Wishmaster fast nicht übertreffen konnte, und was auf ihrem neuesten Output zu hören ist, ist leider nicht dieser Klasse. Natürlich blitzten die "guten alten" Zeiten noch durch und dass die Keyboard und Gitarrenarbeit von aller erster Güte sind wird man auch nicht bestreiten können, aber was mir einfach abgeht sind die mitreißenden Elemente, die der Vorgänger bot. Die herausragenden Melodien fehlen zwar nicht völlig, sind aber eher wenig an der Zahl, das Schlimmste allerdings ist Tarjas Gesang. Da werden sich jetzt viele auf den Kopf greifen und sich fragen was der hier schreibt, darum lasst es mich erklären: das operettenhafte an ihrer Stimme wurde zurückgeschraubt und es scheint mir, als ob sie nur "ganz normal" singen würde. Es sind Ausnahmen dabei wo sie ihre Klasse zeigt und beweist, dass ihr fast keine andere das Wasser reichen kann, aber diese Momente sind selten. Auch bei der Produktion des Gesanges, die bei den Instrumenten allerdings wie gewohnt gut ist, hat man sich nicht mit Ruhm bekleckert, wobei das Ganze ist natürlich im NIGHTWISH-Maßstab zu sehen ist und nicht im Vergleich zum Rest der Welt. Neben Tarjas Gesangskünsten kommt auch wieder verstärkt ein männlicher Gesang hinzu, der sich mit dem ihrigen recht gut verbindet. Die Musik an sich wurde meiner Meinung nach ebenfalls etwas "leichter" und als einzigen wirklich durchgehenden operettenhaften Song ist nur die, übrigens gut gelungen, Coverversion von A. L. Webbers Phantom Of The Opera zu werten. Alle anderen Songs sind wie gesagt auch gut, aber nach Wishmaster hatte man als Fan eben ein besseres Album als Century Child erwartet.