Es
war jedem klar, das man ein Meisterstück wie Wishmaster
fast nicht übertreffen konnte, und was auf ihrem neuesten Output
zu hören ist, ist leider nicht dieser Klasse. Natürlich blitzten
die "guten alten" Zeiten noch durch und dass die Keyboard und
Gitarrenarbeit von aller erster Güte sind wird man auch nicht
bestreiten können, aber was mir einfach abgeht sind die mitreißenden
Elemente, die der Vorgänger bot. Die herausragenden Melodien
fehlen zwar nicht völlig, sind aber eher wenig an der Zahl,
das Schlimmste allerdings ist Tarjas Gesang. Da werden sich
jetzt viele auf den Kopf greifen und sich fragen was der hier
schreibt, darum lasst es mich erklären: das operettenhafte an
ihrer Stimme wurde zurückgeschraubt und es scheint mir, als
ob sie nur "ganz normal" singen würde. Es sind Ausnahmen dabei
wo sie ihre Klasse zeigt und beweist, dass ihr fast keine andere
das Wasser reichen kann, aber diese Momente sind selten. Auch
bei der Produktion des Gesanges, die bei den Instrumenten allerdings
wie gewohnt gut ist, hat man sich nicht mit Ruhm bekleckert,
wobei das Ganze ist natürlich im NIGHTWISH-Maßstab
zu sehen ist und nicht im Vergleich zum Rest der Welt. Neben
Tarjas Gesangskünsten kommt auch wieder verstärkt ein männlicher
Gesang hinzu, der sich mit dem ihrigen recht gut verbindet.
Die Musik an sich wurde meiner Meinung nach ebenfalls etwas
"leichter" und als einzigen wirklich durchgehenden operettenhaften
Song ist nur die, übrigens gut gelungen, Coverversion von A.
L. Webbers Phantom Of The Opera zu werten. Alle anderen
Songs sind wie gesagt auch gut, aber nach Wishmaster
hatte man als Fan eben ein besseres Album als Century
Child erwartet.