Mit
einiger Verspätung erreichte mich das 2006er Debütwerk
Neurasthénie von NIFLHEIM
aus Kanada. Und, oh Wunder, auch hier sind mal wieder nur zwei
Musiker beteiligt, die aber immerhin zusätzlich zum Standard-Instrumentarium
auch noch Piano, Cello sowie das Schlagzeug selber einspielten.
Dennoch frage ich mich angesichts der kanadischen Produktionen,
die mich in letzter Zeit von dort erreichten, ob es da drüben
überhaupt komplette Bands…, sprich mit drei oder
gar vier Mitgliedern gibt ;)
Orion und Neptune, wie sich die beiden Herrschaften nennen,
fabrizieren aber leider - wie so viele andere minimal besetzte
Projekte - relativ breiigen und zähen Suicidal Black Metal.
Die Ideen an sich sind dabei nicht unbedingt schlecht, und es
gibt hier und da wirklich schöne und melancholische Melodien
zu entdecken, aber leider haben die beiden offenbar niemals
mehr als einen Einfall pro Stück. Und wenn dieser mit geringen
Variationen auf eine Länge von beinahe zehn Minuten ausgewalzt
wird, wird es naturgemäß schnell öde. Gesanglich
ändert sich eigentlich auf der gesamten Platte nichts,
und auch die Songstrukturen auf Neurasthénie
sind sehr durchsichtig und gleichförmig. Lediglich das
beherrschende und meist allein dastehende Thema des jeweiligen
Songs unterscheidet ihn von seinen „Nachbarn“.
Für Anhänger dieser Black Metal Nische mag das die
gewünschte hypnotische Wirkung erzielen, aber mir kann
so ein Album bestenfalls als nicht weiter störendes Geräusch
beispielsweise beim Lesen dienen. Da muss grade in diesem Sub-Genre
schon einmal etwas kommen, was einen zumindest hin und wieder
aufhorchen lässt.
Insgesamt nicht schlecht gemacht, durchaus hörbar, aber
eben auch alles schon da gewesen. NIFLHEIM
haben da nichts erschaffen, an das man sich erinnern wird oder
das man unbedingt haben muss.