Hoi!
Womit hab ich soviel Glück verdient!? Ich bin entzückt,
ich bin entzückt!
NEGLECTED FIELDS aus Lettland tischen technischen,
aggressiven, frischen Death Metal auf, dass man nur noch staunen
kann – und das, obwohl die Jungs gar nicht erst versuchen,
das Keyboard zu verstecken. Müssen sie auch nicht, denn
das sonst (in diesem Genre) eher belächelte oder gar abgelehnte
Instrument wird gekonnt und nur an wirklich geeigneten Stellen
eingesetzt.
Das Intro und den zweiten Song The Spectator hört
man am besten wirklich hintereinander an, so perfekt passen
die zwei zusammen, ebenso wie Triplicity auch eine
Art Intro zu Khert Neter ist.
Die Stücke Ov Snake und Splenetic, ebenso
wie Khert Neter fallen ganz besonders auf: So viel
konstruktive Aggressivität, Druck, Gewandtheit, ja auch
Eleganz (Khert Neter) findet man nicht alle Tage in
ausgefeilte Songsstrukturen verpackt. Die Vocals sind dermaßen
krass, dass sie tatsächlich ein eigenes Instrument sind
– Blackmetal-Keifen mit Deathmetal-Gurgellösung im
Hals, so in etwa. Jedes Stück hat ein besonderes Merkmal:
in The Cosm, The Vacuum, The Wave ist es ein markantes,
wiederkehrendes Zwischenriff und das Klavier am Ende, in Splenetic
fällt einem der psychedelische Anfang auf, der sich meisterhaft
in ein brodelndes Deathmetal-Inferno steigert mit einem Headbang-Riff,
dem man nicht widerstehen kann. Ov Snake begeistert
durch druckvolles, treibendes Gemetzel, das ab und zu von gemäßigteren
Teilen abgelöst wird. Irgendwann muss man schließlich
das Blut abwischen. The Spectator fällt durch
markantes Bassspiel auf, Aggressivität, und auch durch
das wunderbar ausgeklügelte, abwechslungsreiche Songgerüst,
das dank des engen Zusammenspiels niemals zerfranst wirkt. Ein
Genuss.
Was der Bass insgesamt auf dem gesamten Album Splenetic
leistet ist eine eigene Erwähnung wert, ebenso das präzise
Drumming. Beide sind trotz ihrer Eigenständigkeit in den
Spielmustern nie von der Gesamtheit entfernt, sodass beide stets
interessant bleiben, sich aber nie zu weit vom Ganzen entfernen.
Khert Neter hat einen modernen, irgendwie kalten Touch
– erinnert in seiner Art an Lux Occultas letztes Album
The Mother And The Enemy, ebenso The Spectator streckenweise.
Einziger Wehrmutstropfen:
die doch kurze Spielzeit. Andererseits sind mir 35 geile Minuten
lieber als 50 unnötig gestreckte. Volle Kaufempfehlung!
|