NEGLECTED FIELDS – Splenetic

 
Label: Aghast Recordings
Release: 05.05.2005
Von: Dusk
Punkte: 9/10
Time: 34:46
Stil: Technical Death Metal
URL: Neglected Fields
 
Hoi! Womit hab ich soviel Glück verdient!? Ich bin entzückt, ich bin entzückt!
NEGLECTED FIELDS aus Lettland tischen technischen, aggressiven, frischen Death Metal auf, dass man nur noch staunen kann – und das, obwohl die Jungs gar nicht erst versuchen, das Keyboard zu verstecken. Müssen sie auch nicht, denn das sonst (in diesem Genre) eher belächelte oder gar abgelehnte Instrument wird gekonnt und nur an wirklich geeigneten Stellen eingesetzt.
Das Intro und den zweiten Song The Spectator hört man am besten wirklich hintereinander an, so perfekt passen die zwei zusammen, ebenso wie Triplicity auch eine Art Intro zu Khert Neter ist.
Die Stücke Ov Snake und Splenetic, ebenso wie Khert Neter fallen ganz besonders auf: So viel konstruktive Aggressivität, Druck, Gewandtheit, ja auch Eleganz (Khert Neter) findet man nicht alle Tage in ausgefeilte Songsstrukturen verpackt. Die Vocals sind dermaßen krass, dass sie tatsächlich ein eigenes Instrument sind – Blackmetal-Keifen mit Deathmetal-Gurgellösung im Hals, so in etwa. Jedes Stück hat ein besonderes Merkmal: in The Cosm, The Vacuum, The Wave ist es ein markantes, wiederkehrendes Zwischenriff und das Klavier am Ende, in Splenetic fällt einem der psychedelische Anfang auf, der sich meisterhaft in ein brodelndes Deathmetal-Inferno steigert mit einem Headbang-Riff, dem man nicht widerstehen kann. Ov Snake begeistert durch druckvolles, treibendes Gemetzel, das ab und zu von gemäßigteren Teilen abgelöst wird. Irgendwann muss man schließlich das Blut abwischen. The Spectator fällt durch markantes Bassspiel auf, Aggressivität, und auch durch das wunderbar ausgeklügelte, abwechslungsreiche Songgerüst, das dank des engen Zusammenspiels niemals zerfranst wirkt. Ein Genuss.
Was der Bass insgesamt auf dem gesamten Album Splenetic leistet ist eine eigene Erwähnung wert, ebenso das präzise Drumming. Beide sind trotz ihrer Eigenständigkeit in den Spielmustern nie von der Gesamtheit entfernt, sodass beide stets interessant bleiben, sich aber nie zu weit vom Ganzen entfernen.
Khert Neter hat einen modernen, irgendwie kalten Touch – erinnert in seiner Art an Lux Occultas letztes Album The Mother And The Enemy, ebenso The Spectator streckenweise.

Einziger Wehrmutstropfen: die doch kurze Spielzeit. Andererseits sind mir 35 geile Minuten lieber als 50 unnötig gestreckte. Volle Kaufempfehlung!