Zitat
Plattenfirma: “NECROTIC FLESH versucht
musikalisch als auch textlich keinem der genreüblichen
Klischees aus dem Weg zu gehen“ – genau der Begriff
Klischee kam mir nach ein paar Sekunden Hörgenuss von Postmortem
Pleasures in den Sinn. Angefangen vom Cover, auf dem uns eine
Dame in ihr Innerstes blicken lässt über die Songtitel
bis zur Instrumentierung (Gitarren, die tiefer gelegt sind,
als der proletigste GTI)) trieft alles nur so vor Nostalgie
in Erinnerung an die guten alten Hoch-Zeiten des Death Metal
Anfang der 90er Jahre. Musikalisch gibt mir die kurze Platte
dann doch eher weniger, das eine oder andere Liedchen groovt
gefällig im Midtempo dahin, die Stimme grunzt in tiefsten,
auch mal an Grindcore erinnernde Lagen über zerhackte Embryos,
langsame Amputationen von Körperteilen oder spritzende
Innereien; jetzt in der Weihnachtszeit immer wieder beliebte
Gore-Themen, um nach dem Kuchen-Keks-Inferno die Sinne wieder
für die wirklich wichtigen Themen des Alltags freizubekommen…
doch mitreißend oder atemberaubend finde ich das Songwriting
der Jungs bei weitem nicht - aber nach 8 Songs und 25 Minuten
ist diese Schlachtplatte auch schon wieder vorbei, ohne großartige
Höhepunkte, aber auch ohne unangenehm aufgefallen zu sein
oder weh zu tun.