Hrimthursum
beginnt für NECROPHOBIC-Verhältnisse
erst einmal etwas verstörend, zu einem schluchzenden
„Baby Jesus“, das laut Songtitel gleich zu Beginn
des Albums abgemurkst wird (lang leben die Klischees *g*)
gesellen sich unheilsschwanger klingende Gitarren, Frauengesang,
eine Art Chor und am Ende noch Akustikgitarren. Mag man von
halten, was man will; beim nahtlosen Übergang in Blinded
By Light, Enlightened By Darkness wird dem Hörer
jedenfalls unmissverständlich klargemacht, dass die Band
seit der Bloodhymns nichts an Druck,
Boshaftigkeit oder Aggressivität verloren hat. Dabei
wird im gesamten Verlauf des knapp einstündigen Albums
aber nicht auf Teufel komm raus auf pure Geschwindigkeit gesetzt,
sondern sich im Gegenteil immer wieder Zeit für sorgfältigen
Aufbau der Songs genommen. So kommt beispielsweise I Strike
With Wrath mit einer ziemlich verhaltenen Grundstruktur
ohne den Einsatz von Blastbeats aus, was die schnelleren Parts
des Songs noch heftiger wirken lässt. Sithra Ahra,
das zusammen mit Death Immaculate den „langsamen
Block“ bildet, hingegen bewegt sich komplett in langsameren
Gefilden, ohne jedoch gegenüber den anderen Tracks in
Punkto Grimmigkeit irgendwie abzufallen, dieser Teil wird
durch den stampfenden, eindringlichen Refrain („Chaos!
Magic! Fire! Death!“ übernommen. Die übrigen
Kompositionen bewegen sich größtenteils im Uptempobereich,
werden aber immer wieder, um nicht in stumpfes Geholze abzugleiten,
durch wohlplatzierte Breaks, Akustik- oder Piano-Einlagen,
gesprochene Passagen , Chöre und Solos aufgelockert,
und das in einem Maße, das man von vorangegangenen Werken
der Band nicht gewohnt ist. Nichts von alledem wirkt aber
gekünstelt oder wie Selbstzweck oder um einfach nur bestimmte
Elemente in das Album hineinzuzwingen. Besonders gut gelungen
ist dies bei Black Hate und bei dem ebenfalls wie
aus einem Guss wirkenden, absolut großartigen Eternal
Winter, um das laut Aussage von Sänger Tobias der
gesamte Rest von Hrimthursum konzipiert
wurde.
Ob NECROPHOBIC
es tatsächlich geschafft haben, sich nach der überragen
Bloodhymns noch zu steigern, konnte
ich anfangs gar nicht genau sagen, denn einerseits sind die
Schweden ihrem Konzept größtenteils treu geblieben,
andererseits entdeckt man auf der neuen CD auch einiges, was
man nicht unbedingt auf Anhieb mit dem gewohnten Sound vereinbaren
kann. Nach mittlerweile zigfachem Hören steht für
mich jedoch fest, dass Hrimthursum
grade dadurch im Vergleich zu früher noch etwas gewonnen
hat. Ganz eindeutige Kaufempfehlung für das Teil, eine
Stunde Musik gibt’s heute sowieso noch selten auf einem
harten Metal-Album, und wenn es derartig hochklassiges Material
ist, sollte es keine Zurückhaltung geben :D