NEAL MORSE – Sola Scriptura

 
Label: InsideOut
Release: 23.02.2007
Von: Reverend
Punkte: 8.5/10
Time: 75:59
Stil: Progressive Rock
URL: Neal Morse
 
Ich weiß wirklich nicht, was ich noch von NEAL MORSE und seinem massiven Output halten soll, besonders seit er Spock’s Beard verlassen hat. Seine stark religiös geprägten lyrischen Konzepte machen mich jedes Mal krank, wenn ich seine Alben höre, aber andererseits ist er auch ein wirklich fähiger Musiker, um nicht zu sagen: brillant. Sola Scriptura bildet da keine Ausnahme, es ist ein solides 75-Minuten Prog-Epos mit renommierten Gastmusikern und einem ambitionierten Konzept. Alles in allem ist es wirklich ein gutes Album, aber eben auch sehr „morsig“. Wenn ihr ?, Testimony, One und seine anderen Soloalben mochtet, werdet ihr es womöglich mögen. Um ehrlich zu sein, ich bin vielleicht auch nicht wirklich die Sorte Mensch, die man ernsthaft als NEAL MORSE-Fan bezeichnen kann, denn ich könnte mir den Kram niemals den ganzen Tag anhören. Trotzdem muss ich hier eine Lanze brechen für Neal, denn Sola Scriptura ist um Einiges erträglicher als z.B. Testimony oder ?, also würde ich eine vorsichtige Kaufempfehlung für das Album aussprechen. Falls ihr Euch also ins Reich der akustischen Exzesse eines religiösen Sektierers begeben wollt, der in regelmäßigen Abständen an seiner Hammondorgel durchdreht, zögert bitte nicht. Ihr werdet es entweder lieben oder hassen, aber macht mich bitte nicht dafür verantwortlich, falls ihr plötzlich den Drang verspürt, Messdiener zu werden, und euch verpflichtet fühlt, dem großen Anführer Morsus Christus zu folgen. Aber hey, es IST, und das wieder hole ich auch gerne, es IST ein großartiges Album!