NASTY SAVAGE    Psycho Psycho
 
Label: Metal Blade
Release: 22.03.2004
Von: Psycho
Punkte: 9
Time: 52:15
Stil: US Thrash Metal
URL: Nasty Savage
 
Heißa, so machen Reunions wirklich Sinn! Denn NASYTY SAVAGE waren schon früher geil, und zum Glück haben sie in den letzten Jahren nichts an Biss und/oder musikalischem Können eingebüsst. Nach dem ersten neuen Lebenszeichen im letzten Jahr mit der Wage Of Mayhem – EP folgt nun also etwas verspätet der erste komplette Longplayer seit 15 Jahren. Obwohl: es wäre echt nicht nötig gewesen, mit der Titelvergabe Psycho Psycho um eine Review von mir zu bitten...

Aber Spaß beiseite... Allen, denen bereits die letzte EP gefallen hat oder die sich noch an die Glanztaten aus den 80ern erinnern, wird diese CD ebenfalls definitiv gefallen. Bereits der Opener und Titeltrack fräßt sich absolut gnadenlos in die Gehirnwindungen: abgefahrenes, zugleich melodisches wie auch brutales Power-Riffing, eine mörderische Doublebass-Wand und der geniale, total abgedrehte Gesang von Nasty Ronnie; so muss das sein! Die Produktion drückt mächtig nach vorne, die Lead-Arbeit ist wie früher genial und mit hervorragenden Ideen gespickt, der Refrain allererste Sahne und auch sonst gibt es absolut nichts auszusetzen.
Die folgenden Stücke halten dann zum Glück diesen Standard: Hell Unleashed überzeugt mit interessanten Breaks und einem Wechselspiel zwischen straighten Death/Thrash-Passagen und komplexen Riffs, Anguish hätte auch auf Abstract Reality stehen können, das Strophenriff in Human Factor lässt die manchmal schon früher vorhandenen Celtic Frost-Anleihen wieder aufleben, während im Refrain die zum Markenzeichen gewordenen hohen Vocals auftauchen, und das zunächst schleppend, fast schon im Doom/Death-Manier beginnende Terminus Maximus entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einem abwechslungsreichen und verschachtelten Power-Banger.

Aber auch die folgenden Stücke können fast allesamt überzeugen, z.B. der harte Thrasher Step Up To The Plate oder der einzige bisher noch unveröffentlichte Demo-Track Savage Desire, der klar die US-Metal-Wurzeln und die frühen Mercyful Fate-Einflüsse von NASTY SAVAGE aufzeigt, jedoch in den letzten 20 Jahren nichts an Power oder Charme verloren hat. Und um das Album dann perfekt abzurunden, erwischen die fünf Florida-Boys mit Merciless Truths auch noch einen optimalen Abgang, der einen den Griff zur Replay-Taste fast schon automatisiert durchführen lässt.
Trotzdem befürchte ich, dass die Band mit diesem Album nicht viel mehr Erfolg als früher haben wird, denn bei aller musikalischen Klasse muss man sich mit dem Material durchaus ein wenig auseinandersetzen, wozu es ja leider häufig nicht kommt. Auf jeden Fall beweisen NASTY SAVAGE mit Psycho Psycho, dass sie innerhalb der Szene immer noch eine Ausnahmestellung einnehmen, was fast zwangsweise mit fetten 9 Punkten von mir honoriert werden muss. Und zumindest mal im Plattenladen reinhören sollte für jeden Freund harter Gangart mit Qualitätsanspruch Pflicht sein!