Diese fünfköpfige
italienische Band hat zwar nur einen Gitarristen, dafür
aber gleich zwei Sänger, von denen der eine grunzt, der
andere hingegen ist für alle anderen Lautäußerungen
zuständig ist, sei es nun „normales“ Shouten,
Gekreisch oder cleaner Gesang. Damit können wir auch gleich
das musikalische Spannungsfeld von NAMELESS
eingrenzen, man bewegt sich nämlich haarscharf auf der
Grenze zwischen altem Thrash und zeitlosem Death Metal, ohne
sich dabei auf die eine oder andere Seite festlegen zu wollen.
Zusätzlich finden sich immer wieder schleppende oder akustische
Passagen, durch die die Stücke etwas abwechslungsreicher
gestaltet werden.
Dabei gibt es bereits durchaus gelungene Ansätze zu vermelden,
wie z.B. bei Teilen von Eternal Slavery, welche einen
schon recht ausgereiften Eindruck vermitteln. Manchmal aber
steht man sich auch selber etwas im Weg, nämlich wenn die
Breaks mehr mit der Brechstange in den Song integriert wirken
oder die angestrebte Melange eher zum Zeugnis des noch nicht
endgültig gefundenen Stils verkommt. Technisch ist der
Silberling größtenteils ok, der Sound ist recht schmissig,
und die leichten Timing-Schwankungen vor allem am Anfang von
Fire Walk With Me sind gerade noch im tolerierbaren
Rahmen.
Ansonsten klingt das ganze erfreulich wenig italienisch, so
dass man hier in Zukunft durchaus noch einiges erwarten kann.
Da diese Aufnahme noch aus dem Jahr 2002 stammt, wird es ja
auch dringend Zeit für ein neues Lebenszeichen. Immerhin
geben sich NAMELESS auf ihrer Homepage recht
aktiv, aber leider nicht in englisch, so dass ich auch über
aktuellere Geschehnisse nichts Konkretes berichten kann. Es
scheint aber so, als ob da ein neues Demo in Vorbereitung wäre...