MUSICA DIABLO – Musica Diablo

 
Label: SAOL/H'art/Zebralution
Release: 28.05.2010
Von: Bulletrider
Punkte: 7.5/10
Time: 33:24
Stil: Thrash Metal
URL: Musica Diablo
 
MUSICA DIABLO, gegründet von ehemaligen Guillotine (einer brasilianischen Thrash Band) und jetzigem Nitrominds (bras. Hardcore/Thrash Band) Gitarristen/Sänger Andre NM, starteten laut Infoblatt in ihren Anfangstagen 2008 mit Coverversionen solch namenhafter Bands wie Kreator, Municipal Waste und Nuclear Assault. Um schließlich richtig loszulegen und eigenes Material auf die Welt loszulassen, holte man schließlich Sepulturas genialen Fronter Derrick Green an Bord. Tja, was kann einen bei genanntem Background dann wohl erwarten? Richtig – es gibt auf die Fresse! Und zwar so richtig!
Auf MUSICA DIABLOs gleichnamigem Debüt ballern die Brasilianer eine old-school Thrashgranate nach der anderen raus und wirken mit den pausenlosen Riffattacken auf mich etwas wie eine deutlich wütendere und brutalere Version von Exodus und vor allem Testament, welche durch Slayer- und Sepultura-mäßige Raserei und Wucht komplettiert wird. Die Gitarrenfraktion kommt mit haufenweise Riffs um die Ecke, die zwar leider nicht immer im Ohr hängen bleiben, aber auf jeden Fall immer gerade für den Moment genau richtig sind, und schießt immer wieder mit peitschenden Leads und Solis um sich.
In Punkto Geschwindigkeit preschen MUSICA DIABLO auch mächtig nach vorne und geben mehr als ordentlich Gas, lockern aber die meisten Songs dann und wann aber mit extrem moshkompatiblen Breaks auf. Dazu brüllt, schreit, keift und wütet sich Derrick Green absolut passend durch die Songs und zeigt einmal mehr seine enorme Präsenz und Power. Für mich ganz klar einer der besten aggressiven Sänger und für MUSICA DIABLOs Sound auf jeden Fall eine goldrichtige Wahl.
Zwar verlieren MUSICA DIABLO bei aller Wut und Raserei gerade zum Ende hin auch mal den Faden und es bleibt nicht aus, dass einige Songs schon irgendwie etwas vorbeirauschen und sich nicht wirklich festsetzen, aber quasi als Ausgleich dafür setzt sich gerade der Mittelteil mit Songs wie das groovende Live To Buy, das sogar fast schon mit Death- bzw. Black Metal Elementen durchzogene Underlord oder das mit coolen Gang-Shouts ausgestattete Workout und vor allem der direkt reingehende Faust-in-dieLuft-Recker In The Name Of Greed ruckzuck im Hirn fest.
So gesehen ist Musica Diablo wirklich der eingangs erwähnte Schlag in die Fresse und macht tierisch Laune. Ein rundum gelungenes, kurzweiliges Album, welches jedem Thrasher einen Blick wert sein sollte.