MUSICA
DIABLO, gegründet von ehemaligen Guillotine (einer
brasilianischen Thrash Band) und jetzigem Nitrominds (bras.
Hardcore/Thrash Band) Gitarristen/Sänger Andre NM, starteten
laut Infoblatt in ihren Anfangstagen 2008 mit Coverversionen
solch namenhafter Bands wie Kreator, Municipal Waste und Nuclear
Assault. Um schließlich richtig loszulegen und eigenes
Material auf die Welt loszulassen, holte man schließlich
Sepulturas genialen Fronter Derrick Green an Bord. Tja, was
kann einen bei genanntem Background dann wohl erwarten? Richtig
– es gibt auf die Fresse! Und zwar so richtig!
Auf MUSICA DIABLOs gleichnamigem Debüt ballern die
Brasilianer eine old-school Thrashgranate nach der anderen raus
und wirken mit den pausenlosen Riffattacken auf mich etwas wie
eine deutlich wütendere und brutalere Version von Exodus
und vor allem Testament, welche durch Slayer- und Sepultura-mäßige
Raserei und Wucht komplettiert wird. Die Gitarrenfraktion kommt
mit haufenweise Riffs um die Ecke, die zwar leider nicht immer
im Ohr hängen bleiben, aber auf jeden Fall immer gerade
für den Moment genau richtig sind, und schießt immer
wieder mit peitschenden Leads und Solis um sich.
In Punkto Geschwindigkeit preschen MUSICA DIABLO auch
mächtig nach vorne und geben mehr als ordentlich Gas, lockern
aber die meisten Songs dann und wann aber mit extrem moshkompatiblen
Breaks auf. Dazu brüllt, schreit, keift und wütet
sich Derrick Green absolut passend durch die Songs und zeigt
einmal mehr seine enorme Präsenz und Power. Für mich
ganz klar einer der besten aggressiven Sänger und für
MUSICA DIABLOs Sound auf jeden Fall eine goldrichtige
Wahl.
Zwar verlieren MUSICA DIABLO bei aller Wut und Raserei
gerade zum Ende hin auch mal den Faden und es bleibt nicht aus,
dass einige Songs schon irgendwie etwas vorbeirauschen und sich
nicht wirklich festsetzen, aber quasi als Ausgleich dafür
setzt sich gerade der Mittelteil mit Songs wie das groovende
Live To Buy, das sogar fast schon mit Death- bzw. Black
Metal Elementen durchzogene Underlord oder das mit coolen
Gang-Shouts ausgestattete Workout und vor allem der direkt
reingehende Faust-in-dieLuft-Recker In The Name Of Greed
ruckzuck im Hirn fest.
So gesehen ist Musica Diablo wirklich der eingangs
erwähnte Schlag in die Fresse und macht tierisch Laune.
Ein rundum gelungenes, kurzweiliges Album, welches jedem Thrasher
einen Blick wert sein sollte.