MÖRKER – Höstmakter

 
Label: Northern Silence Productions
Release: 25.07.2008
Von: Haris
Punkte: 9/10
Time: 49:35
Stil: Black Metal
URL: Mörker
 
Das zweite Album der Schweden überrascht den Verfasser dieser Zeilen, das lässt sich gar nicht leugnen. Die Riege junger schwedischer Black Metal Bands wie Blodsrit präsentiert sich ungemein frisch und gleichzeitig erfrischend und erfreut mit Ideenreichtum und einem guten Gespür für prägnante Riffs. In diese Kategorie fallen auch MÖRKER, die mit Höstmakter erst ihr zweites Langeisen veröffentlichen.
Die „Kräfte des Herbstes“ werden in zwölf Songs freigesetzt. Regnerisch, stürmisch oder verträumt neblig, die Tage werden kürzer, der Winter kündigt sich an. Alle Gemütslagen werden hier zelebriert, angefangen mit dem Doppelschlag I Flodens Forsande Brus/Segertåg. Mit ihren Reminiszenzen an frühe Dimmu Borgir verabschieden die beiden Songs den heißen Sommer voller Vorfreude auf die Herbstmonate vorwiegend im Midtempo und mit wunderschönen Melodieläufen, die zwar schnell im Kopf hängen bleiben, aber auch nicht unbedingt anecken. Dafür geht den Songs in jedem Fall jeglicher Ansatz von Durchschlagkraft flöten. Denn MÖRKER legen etwas zu viel Gewicht auf Gitarrenmelodien, anstatt mal einfach das ein oder andere fiese Killerriff mit Powerchords aus den Ärmeln zu schütteln. Sprich, süß ist nicht gleich sauer. Nichtsdestotrotz ziehen Songs wie Falk mit seiner wunderschönen Orchestrierung oder das folkige Djupa Spår Av Tvivel einen in den Bann und haben eine Langzeitwirkung.
Schwachpunkt auf Höstmakter ist neben dem bereits erwähnten eindimensionalen Songwriting der Gesang von Ascaroth. Dieser verfügt zwar über ein amtliches Kreischorgan. Aber die Emotionen, die vor allem von der Gitarrenfront erzeugt werden, sucht man bei den Vocals vergebens.
So, jetzt mag man fragen, ob neun Punkte nicht zu hoch gegriffen sind für ein Album wie Höstmakter. Nein, sind sie definitiv nicht, denn trotz aller aufgeführter Kritikpunkte macht das Album ungemein viel Spaß, ist ansprechend produziert und technisch kompetent umgesetzt. Und wer den Herbst so mag wie die drei Schweden (plus Sessiondrummer Niklas), die ungewöhnlicher- und erfreulicherweise auf ihren Promofotos gänzlich ohne Corpsepaint auftreten, der wird in den Songs von MÖRKER ebenso aufgehen wie ich.