„Beurteile
eine Band immer nach seinen Coverstücken.” Sprach
Al Jourgensen und stellt sich zum letzten Mal der Fachpresse,
bevor er sich mit MINISTRY auf der anstehenden Abschiedstournee
C U LaTouR noch mal bei der Welt für den Support von 28
Jahren Bandhistorie bedankt. Und welcher Song könnte sich
als letzter Song dieser Cover CD besser eignen als What A
Wonderful World? Doch dazu zum Schluss mehr. Machen wir
uns nichts vor, reine Cover Alben können gefährlich
werden, wenn die Songs nicht wirklich überzeugen können.
Umso gefährlicher ist es dann natürlich, wenn man
als letztes gepresstes Lebenszeichen eine solche Scheibe auf
die hungrige Meute loslässt. Aber Al Jourgensen wäre
nicht die Ikone, wenn er auch das nicht mit Bravour meistern
könnte. Klar, Songs wie Black Betty oder Radar
Love spielen dem Großmeister locker in die Karten
und klettern ratz fatz auf Jesus Built My Hotrod Niveau.
Zusätzlich veredelt wird Cover Up aber noch
durch diese eindrucksvollen Co-Conspirators: Burton C. Bell
gibt seine Stimme bei dem Rolling Stones Song Under My Thumb
zum Besten, Revolting Cocks’ Josh Bradford bietet seine
Stimme bei Golden Earing’s Radar Love auf und Prong
Frontmann Tommy Victor heizt mit seine Röhre Deep Purple’s
Space Truckin und Ram Jam’s Black Betty
an, die bei der Gelegenheit auch gleich der Hell Paso Mosh Chor
besingt. Aber das sind noch nicht alle. Weitere Co-Conspirators
auf Cover Up sind: Paul Raven (Gott hab ihn selig),
Tony Campos und Wayne Static von Static X, Edu Mussi (Echoes
And Shadows) und Plastilina Mosh. Neben den genannten Songs
zelebrieren MINISTRY Bang A Gong (T. Rex), Mississippi
Queen (Mountain), Just Got Paid (ZZ Top), den Roadhouse
Blues von The Doors, diese Granate gab es schon auf The
Last Sucker zu hören, Supernaut (Black Sabbath
introduced by George W.) und Lay Lady Lay (Bob Dylan).
Jeder Song ist gut bis partytauglich in bester MINISTY
Manier umgesetzt. Doch die Krönung von Cover Up
kommt erst hiermit: Alle Tracks gipfeln in Jourgensen’s
persönlicher Punk Rock Darbietung von Louis Armstrong’s
What A Wonderful World, seine unwiderstehliche Art und
Weise die Welt zu Umarmen und Abschied zu nehmen. Ein würdiger
Ausklang für eine Ausnahmeperson. Nehmt Al Jourgensen und
MINISTRY mit wann immer ihr noch die Gelegenheit dazu
habt.