MIMESIS – The Loved Music

 
Label: Demo Single
Release: Februar 2005
Von: Ole
Punkte: -/-
Time: 8:29
Stil: AOR / Gothic Metal
URL: Mimesis
 

Seit wann komponiert eigentlich Ralph Siegel für Nightwish?! - Diese Frage drängt sich zumindest auf, wenn man zum ersten Mal MIMESIS’ Promo-Single The Loved Music hört. Ohne lange Umschweife wird man vom Refrain des Openers A Little Story überrollt. Gefällige weibliche Vocals, aufgemotzt mit fetten Background-Chor und Glockengebimmel als Hookline, das alles serviert auf einem straighten Midtempo-Beat in Dur; ein Ohrwurm, zuckersüß und bombastisch. - Kurz: Ein künstlich aufgeblasenes Stück Heavy-Metal-Pop mit dem Rockverständnis einer Eurovisions-Hymne.
Etwas flotter aus der Hüfte kommt dagegen AD, der zweite Track dieser CD. Auch hier liegt wieder der Akzent klar auf dem melodisch eingängigen Refrain, der aber – im Gegensatz zum ersten Song – textlich überfrachtet wirkt. Die Gitarrenarbeit erinnert an amerikanischen Radio-Rock 80er-Jahre irgendwo zwischen Journey und Foreigner. Auch das Arrangement gestaltet sich wenig spannend: Um eine Tonart erhöht wird der zweite Refrain wiederholt (ein affektiver Kommerz-Trick, auch bekannt als „Bohlen-Rutsche“), danach ein Takt Pause und schließlich ein viel zu lang ausgeblendeter Instrumental-Refrain, auf dem Sängerin Olga Vostrelova sich in unspektakulären Phrasierungen ergeht. Na, wer’s mag...
Ein Blick aufs Cover der CD gibt Auskunft: Für die Produktion verantwortlich zeichnet sich Dodo Dolezal. Ob die Band damit so gut beraten ist, bleibt zweifelhaft: Schließlich ist der Mann dafür bekannt, auch bei seiner eigenen Gothic-Metal-Kapelle Galadriel die nervösen Finger nicht von den Reglern lassen zu können: Streicher und Chöre, Gegrunze und Heavenly-Voices, Samples noch und noch – und das alles auf einer CD oder auch schon mal mit aller Macht in einen Song gepresst. Tut das denn Not?!
Wenn Frau Vostrelova dann noch leicht bekleidet und umringt von trommelnden Schamanen zwischen brennenden Tonnen tanzt, klappt es vielleicht doch noch mit dem Tschechischen Beitrag zum Eurovision Song-Contest 2006.