Between
Wisdom And Lunacy ist das neue Album von MIDWINTER
und wer den Vorgänger Astral Mirrors
mochte, wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen.
Die Düsseldorfer sind ihrem Stil, sich eben nicht auf eine
spezifische Stilrichtung festlegen zu lassen, treu geblieben.
Hinter dem, was man als Dark Metal zusammenfassen könnte,
verbergen sich nach wie vor „bunt“ gemischt Elemente
aus Black, Death, Viking und auch Heavy Metal. Zwar werden diese
Stile auch in den einzelnen Stücken kombiniert, aber selbst
bei ersten Anspielen oder „durchzappen“ der Platte
fällt auf, dass sich so sehr unterschiedliche und stark
voneinander abhebende Stücke kreieren lassen, die aber
dennoch nicht den Bezug zueinander verlieren. Bereits bei den
ersten drei Songs nach dem Intro hat man eine Tour von härterem,
Black Metal-lastigen Material (No Gods Have Built My Skies)
hinter sich, geht mit Of Troll And Thurs, einen Viking
Metal Track mit begleitendem Schlachtenlärm, hin zu Song
Inside, der eher in ruhiger, klassisch metallischer Tradition
steht und in dem das Keyboard dominanter wird. In dieser Manier
geht es sehr abwechslungsreich weiter, bleibt aber im Grundtenor
immer düster und auch in den stärker melodie- und
tastenbetonten Stücken geht die Grundhärte nicht verloren.
In den spielerischen Variantenreichtum der vier Instrumentalisten
reiht sich Sänger Mordan nahtlos ein. Je nach Erfordernis
kommen Growls, Kreischgesang und hin und wieder auch von Stakkato-artigen
Gitarren unterlegte gesprochene Parts wie in Blessed With
Wings oder klare Vocals wie im doomigen, von Abraxas’
Keyboard dominierten Monument zum Einsatz und runden
Between Wisdom And Lunacy ab.
Als Schmankerl vor dem Outro gibt es dann noch eine originelle
Cover-Version des Ramones-Krachers Pet Sematary, bei
der unter Beweis gestellt wird, dass man sich nicht nur durch
diverse Metal-Stile, sondern auch durch Punk durchspielen kann
;)
Was mich allerdings bei allen positiven Aspekten zwei Punkte
abziehen lässt, ist eher meinem persönlichen Musikgeschmack
zuzuschreiben. Wer beim Lesen der folgenden Passage keine üblen
Wallungen bekommt, kann die dann wieder aufaddieren ;) Bei den
stärker von Heavy Metal geprägten Tracks, allen voran
Where Steel Is Born, konnte ich mich (man beachte auch
den Songtitel) nicht des Eindrucks erwehren, da hätte jemand
beim Songschreiben zuviel Manowar gehört. Vor allem refraintechnisch
ist mir so etwas einfach zu pathetisch, ich kann mir nicht helfen,
derlei mag ich einfach nicht.
MIDWINTER ist hier mit Between
Wisdom And Lunacy dennoch zweifelsohne ein würdiger
Nachfolger von Astral Mirrors gelungen, der 8/10 sicher verdient
hat!