MIDWINTER – Between Wisdom And Lunacy

 
Label: Twilight
Release: 06.10.2006
Von: Seb
Punkte: 8/10
Time: 55:00
Stil: Dark Metal
URL: Midwinter
 
Between Wisdom And Lunacy ist das neue Album von MIDWINTER und wer den Vorgänger Astral Mirrors mochte, wird auch hier wieder voll auf seine Kosten kommen. Die Düsseldorfer sind ihrem Stil, sich eben nicht auf eine spezifische Stilrichtung festlegen zu lassen, treu geblieben. Hinter dem, was man als Dark Metal zusammenfassen könnte, verbergen sich nach wie vor „bunt“ gemischt Elemente aus Black, Death, Viking und auch Heavy Metal. Zwar werden diese Stile auch in den einzelnen Stücken kombiniert, aber selbst bei ersten Anspielen oder „durchzappen“ der Platte fällt auf, dass sich so sehr unterschiedliche und stark voneinander abhebende Stücke kreieren lassen, die aber dennoch nicht den Bezug zueinander verlieren. Bereits bei den ersten drei Songs nach dem Intro hat man eine Tour von härterem, Black Metal-lastigen Material (No Gods Have Built My Skies) hinter sich, geht mit Of Troll And Thurs, einen Viking Metal Track mit begleitendem Schlachtenlärm, hin zu Song Inside, der eher in ruhiger, klassisch metallischer Tradition steht und in dem das Keyboard dominanter wird. In dieser Manier geht es sehr abwechslungsreich weiter, bleibt aber im Grundtenor immer düster und auch in den stärker melodie- und tastenbetonten Stücken geht die Grundhärte nicht verloren. In den spielerischen Variantenreichtum der vier Instrumentalisten reiht sich Sänger Mordan nahtlos ein. Je nach Erfordernis kommen Growls, Kreischgesang und hin und wieder auch von Stakkato-artigen Gitarren unterlegte gesprochene Parts wie in Blessed With Wings oder klare Vocals wie im doomigen, von Abraxas’ Keyboard dominierten Monument zum Einsatz und runden Between Wisdom And Lunacy ab.
Als Schmankerl vor dem Outro gibt es dann noch eine originelle Cover-Version des Ramones-Krachers Pet Sematary, bei der unter Beweis gestellt wird, dass man sich nicht nur durch diverse Metal-Stile, sondern auch durch Punk durchspielen kann ;)
Was mich allerdings bei allen positiven Aspekten zwei Punkte abziehen lässt, ist eher meinem persönlichen Musikgeschmack zuzuschreiben. Wer beim Lesen der folgenden Passage keine üblen Wallungen bekommt, kann die dann wieder aufaddieren ;) Bei den stärker von Heavy Metal geprägten Tracks, allen voran Where Steel Is Born, konnte ich mich (man beachte auch den Songtitel) nicht des Eindrucks erwehren, da hätte jemand beim Songschreiben zuviel Manowar gehört. Vor allem refraintechnisch ist mir so etwas einfach zu pathetisch, ich kann mir nicht helfen, derlei mag ich einfach nicht.
MIDWINTER ist hier mit Between Wisdom And Lunacy dennoch zweifelsohne ein würdiger Nachfolger von Astral Mirrors gelungen, der 8/10 sicher verdient hat!