Manchmal
ist es ja auch ein Vorteil, wenn man aus Zeitgründen bei
seinen Reviews hinterherhinkt (ja Calani: ich weiß, dass
Du das anders siehst…); man kann dann nämlich immer
schon mal ein bisschen nachschauen, was die Kollegen der anderen
Magazine für einen Eindruck vom Objekt der Rezension hatten.
In dieser Hinsicht sieht es für die französische Formation
MIDWINTER (nicht zu verwechseln mit der Dark
Metal-Truppe aus D'dorf oder gar der BM-Kombo aus China…)
allerdings ganz übel aus, denn ihr zweiter Longplayer erntete
durch die Bank nur mieseste Kritiken. Und damit kommen wir zum
Nachteil der mangelnden Zeit, denn irgendwann muss man sich
hier wirklich jede CD anhören und was dazu schreiben, auch
wenn man schon weiß, dass einen der größte
Mist erwartet.
Dabei muss ich meinen werten Kollegen allerdings teilweise doch
widersprechen: nicht der manchmal unerträglich miese Gesang,
die altbacken klingende und dazu noch dröhnende Produktion
oder die massive Anhäufung von Riffs aus dem Recycling-Handbuch
des kleinen Gothic Metallers sind an dieser CD wirklich schlimm,
sondern vielmehr das Gefühl absoluter Langweile und Interesselosigkeit,
welches sich beim Hören von The Glassy Waters
schon nach kürzester Zeit einstellt.
Welch anhaltende Apathie die Band zu erzeugen versteht, kann
man auch daran erkennen, dass ich erst nach beinahe zwei Minuten
gemerkt habe, dass da gerade gegen Ende der CD der Guns'N'Roses-Klassiker
Sweet Child O'Mine verhunzt, äh gecovert wird.
Mal abgesehen davon, dass die Franzosen sich für diese
Version schämen sollten, bleibt auch festzuhalten, dass
dieses Stück für eine Gothic Metal-Band eine recht
merkwürdige Wahl darstellt.
Wie man das auch immer sehen will, aber insgesamt war das einfach
nichts, und außer dem halbwegs ansehnlichen Cover kann
ich einfach keine positiven Aspekte an dieser Veröffentlichung
ausmachen. Daher der klare Rat: Finger wech! 2 Punkte