MIDGARD – Born From Ashes

 
Label: Eigenproduktion
Release: 20.12.2005
Von: Stormlord
Punkte: 9/10
Time: 33:16
Stil: Melodic Death Metal
URL: Midgard
 
Gleich vorneweg ein negativer Kritikpunkt: die Spielzeit von Born From Ashes ist zu kurz! So, das ist aber schon das Einzige, das ich an dieser Veröffentlichung zu bemängeln habe…da wäre nämlich schon der überaus gelungene optische Aspekt hervorzuheben; das Cover und die professionell-stilvolle Aufmachung der CD lässt einiges erwarten. Auch auf der Bühne konnte ich mich schon ein paar Mal von den Qualitäten des Songwritings überzeugen.
Der großen Erwartungshaltung werden die Burschen vollkommen gerecht und begeistern mit hochklassigem, melodischem Death Metal der variablen Sorte in sehr ansprechender Soundqualität. Eingestimmt durch ein Akustikgitarrenstück, passend Prelude To Insanity betitelt, fesselt Born From Ashes von Beginn an. Die Melodien stehen für MIDGARD stets im Mittelpunkt der mitreißenden Songs, die sich oft im Mid-Tempo bewegen. Das Gaspedal wird aber auch mal fester durchgetreten und so ist für Abwechslung - vor allem im gesanglichen Bereich - und gute Laune von der ersten bis zur letzten Note gesorgt. Sänger Peter kann seine Stimmbänder äußerst variabel einsetzen, meist tut er dies thrashig-kreischend, aber auch Klargesang taucht hin und wieder auf Dieser ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig, macht MIDGARD aber unverwechselbar und hebt sie aus der Masse ähnlich gearteter Melodic Death Bands ab. Neben erstklassigen Melodiebögen glänzen die vier Steirer durch durchgehend hochklassige Ohrwurm-Refrains und intelligente Texte. Am allerbesten wirken MIDGARD, wenn sie einen richtig groovigen Headbangpart aus dem Ärmel zaubern, wie etwa in Trapped In My Black Shadow.
MIDGARD verstehen es sehr gut, durch Herausnehmen des Tempos Spannung aufzubauen und erweisen sich schon zu Beginn ihrer jungen Karriere im Bereich des Songschreibens souverän und kreativ. Manchmal hätte ich mir gewünscht, eine sehr gute Idee noch etwas länger ausgearbeitet zu hören, so ist ein Lied wie etwa The Pain Remains zu schnell zu Ende. So wäre ich wieder bei meinem anfänglichen Kritikpunkt angelangt. Die Leistung schmälert dieses Manko aber keineswegs, zurück bleibt ein mehr als zufriedener Rezensent!