Gleich
vorneweg ein negativer Kritikpunkt: die Spielzeit von Born
From Ashes ist zu kurz! So, das ist aber schon
das Einzige, das ich an dieser Veröffentlichung zu bemängeln
habe…da wäre nämlich schon der überaus
gelungene optische Aspekt hervorzuheben; das Cover und die professionell-stilvolle
Aufmachung der CD lässt einiges erwarten. Auch auf der
Bühne konnte ich mich schon ein paar Mal von den Qualitäten
des Songwritings überzeugen.
Der großen Erwartungshaltung werden die Burschen vollkommen
gerecht und begeistern mit hochklassigem, melodischem Death
Metal der variablen Sorte in sehr ansprechender Soundqualität.
Eingestimmt durch ein Akustikgitarrenstück, passend Prelude
To Insanity betitelt, fesselt Born From Ashes
von Beginn an. Die Melodien stehen für MIDGARD
stets im Mittelpunkt der mitreißenden Songs, die sich
oft im Mid-Tempo bewegen. Das Gaspedal wird aber auch mal fester
durchgetreten und so ist für Abwechslung - vor allem im
gesanglichen Bereich - und gute Laune von der ersten bis zur
letzten Note gesorgt. Sänger Peter kann seine Stimmbänder
äußerst variabel einsetzen, meist tut er dies thrashig-kreischend,
aber auch Klargesang taucht hin und wieder auf Dieser ist zu
Beginn gewöhnungsbedürftig, macht MIDGARD
aber unverwechselbar und hebt sie aus der Masse ähnlich
gearteter Melodic Death Bands ab. Neben erstklassigen Melodiebögen
glänzen die vier Steirer durch durchgehend hochklassige
Ohrwurm-Refrains und intelligente Texte. Am allerbesten wirken
MIDGARD, wenn sie einen richtig groovigen Headbangpart
aus dem Ärmel zaubern, wie etwa in Trapped In My Black
Shadow.
MIDGARD verstehen es sehr gut, durch Herausnehmen
des Tempos Spannung aufzubauen und erweisen sich schon zu Beginn
ihrer jungen Karriere im Bereich des Songschreibens souverän
und kreativ. Manchmal hätte ich mir gewünscht, eine
sehr gute Idee noch etwas länger ausgearbeitet zu hören,
so ist ein Lied wie etwa The Pain Remains zu schnell
zu Ende. So wäre ich wieder bei meinem anfänglichen
Kritikpunkt angelangt. Die Leistung schmälert dieses Manko
aber keineswegs, zurück bleibt ein mehr als zufriedener
Rezensent!