MACHINE HEAD – Supercharger

 
Label: Roadrunner Records
Release: 01.10.2001
Von: Psycho
Punkte: 7/10
Time: 56:38
Stil: Neo Thrash Metal
URL: Machine Head
 
Einen kleinen Schritt zurück machen die Oakländer mit ihrem 4. Album Supercharger. Statt nämlich noch weiter in Richtung Nu Metal abzudriften und erneut reichlich auf abgehackte Sprech-Vocals, wie noch auf The Burning Red, zu setzen, hat man sich endlich wieder auf etwas mehr Härte besonnen.

Damit jetzt keine Mißverständnisse aufkommen: die seligen Burn My Eyes -Zeiten sind definitiv vorbei, und insofern wird erst gar nicht versucht, etwas ähnliches zu machen. Vielmehr müssen die Mannen um Rob Flynn die Rehearsals zu Supercharger in irgendeiner abgefuckten Garage abgehalten zu haben, denn das Album klingt ziemlich spontan und läßt einen nicht zu knappen Punk'Roll-Einschlag erkennen. Die Gitarren klingen fett und schmutzig (wie die ganze Produktion), aber auch deutlich groove-orientierter, benutzen sie allerdings noch immer die schon früher sehr stilprägenden Obertöne und Flageoletts.

Trotzdem läßt sich nicht leugnen, daß fast das gesamte Material für MTV und die Billboard-Charts wie geschaffen scheint: es gibt genügend Passagen zum Rumhüpfen (igitt), der Gesang klingt häufig kontrollierter und cleaner, verpasst aber meiner Meinung nach dabei zu oft den vermutlich beabsichtigten emotionalen Effekt, und weiterhin gibt es einige ziemlich straighte Abgeh-Nummern für all die schummrigen Zappelbuden dieser Welt.

So bleiben folglich nur wenige Stücke, die man hier wirklich positiv herausheben kann, obwohl auf Supercharger immerhin 14 Titel vertreten sind. Da wäre zum einen der Opener Bulldozer, der zum Schluß hin mit mächtig schweren Riffs ordentlich Druck in der Magengegend erzeugt, die gekonnt zwischen allen Facetten zerbrechlicher Wut hin und her pendelnden Only The Names und Blank Generation, der coole und rotzfrech runtergespielte Arschtreter American High und das kompromißlose und nervös klingende Titelstück.

Das hört sich jetzt vielleicht gar nicht mal so schlecht an, aber für die (technischen) Möglichkeiten dieser Band und ihre an sich selbst gestellten Ansprüche ist mir das persönlich dann doch zu wenig! Oder war meine Erwartungshaltung (mal wieder) zu hoch? Wie auch immer, mehr als 7 Punkte sind hier einfach nicht drin...