Dabei war ja schon
der letzte Output Through The Ashes Of Empires
alles andere als schlecht, sondern knüpfte als erste
Veröffentlichung der Band glanzvoll an das seelige MACHINE
HEAD Debüt an. Diesmal ist der Überraschungseffekt
zwar nicht ganz so drastisch, aber von der Qualität her
würde, nein, muss ich The Blackening
sogar noch höher einschätzen. Die Mannen um Sänger/Gitarrist
Rob Flynn haben es geschafft, ihre sämtlichen Trademarks
gezielt zu ergänzen, die vorhandenen Stärken permanent
auszuspielen und das Ganze in 8 Songs ohne Ausfall zu packen.
Die Kompositionen sind förmlich gespickt mit fantastischen,
mal harschen, mal melodiösen Riffs und intelligenten
Arrangements. Es gibt brillante Solis und Lead-Duelle, dazu
jede Menge toller zweistimmiger Harmonien (traumhaftes Zusammenspiel
mit Phil Demmel), einen Haufen Passagen zum Schädel wegbangen,
aber auch durchaus Stoff zum Zuhören und/oder mit offenem
Mund staunend dasitzen. Allein Aesthetics Of Hate
enthält mehr gute Ideen als ein komplettes Album manch
anderer Band…
Besonders beeindruckend
sind MACHINE HEAD jedoch die überlangen
Stücke (also die mit mehr als 9 Minuten Spielzeit) geraten,
von denen es gleich vier auf The Blackening
zu bewundern gibt. Aber weder beim Opener Clenching The
Fists Of Dissent (brachialer Einstieg), noch bei Halo
(super Refrain) oder A Farewell To Arms (emotionale
Achterbahn) kommt auch nur eine Sekunde Langeweile auf; im
Gegenteil: Wolves z.B. verfügt über einen
so völlig genialen Mittelteil, dass man jedes Mal ergriffen
niederknien möchte. Metal pur!
Zudem halten die Songs eine fast schon wunderbare Balance
zwischen purer Power und Komplexität, wodurch man bei
jedem Durchlauf etwas Neues entdecken kann, während sich
im gleichen Track bereits echte Ohrwurmpassagen ins Hirn fräsen.
Die Produktion ist optimal, die optische Umsetzung genau passend,
und dazu gibt es sogar noch interessante Texte, bei denen
sich Rob als immer besserer Sänger etabliert. Was will
man da noch mehr?
Man muss daher
schon lange suchen, um nicht vielleicht doch noch ein Haar
in der Suppe zu finden. Aber kann der auf der Ltd. Edition
enthaltende Bonus-Track in Form des Metallica-Klassikers Battery
zur Abwertung führen, weil MACHINE HEAD
das Stück einfach nur ohne jegliche Änderung nachgespielt
haben, wenn einen die Version so dermaßen in den Arsch
tritt? Ich denke nicht.
Vielleicht ist die Bonus-DVD nicht ganz so prall geraten;
man erfährt zwar einige interessante Details über
die Entstehung des Albums, allerdings wird man sich das wohl
schwerlich mehrmals anschauen. Trotzdem kann es bei diesem
Songmaterial insgesamt nur die Höchstnote geben! Wer
sich dieses Album nicht besorgt, verpasst definitiv die musikalische
Referenz im härteren Metal-Genre für die nächsten
Jahre...