MACHINE HEAD – The Blackening

 
Label: Roadrunner Records
Release: 23.03.2007
Von: Psycho
Punkte: 10/10
Time: 66:10
Stil: Thrash Metal
URL: Machine Head
 
Meine Fresse, was für ein geiles Album! Es muss wirklich Jahre her sein, dass ich zum letzten Mal eine CD hören durfte, bei der die Aspekte Anspruch, Umsetzung und Wirkung zu einem so perfekten Ergebnis geführt haben. Folglich ist The Blackening für mich denn auch eines der besten Metal-Alben überhaupt geworden, mit klaren Ambitionen auf einen der vorderen Plätze in meiner ewigen Bestenliste.

Dabei war ja schon der letzte Output Through The Ashes Of Empires alles andere als schlecht, sondern knüpfte als erste Veröffentlichung der Band glanzvoll an das seelige MACHINE HEAD Debüt an. Diesmal ist der Überraschungseffekt zwar nicht ganz so drastisch, aber von der Qualität her würde, nein, muss ich The Blackening sogar noch höher einschätzen. Die Mannen um Sänger/Gitarrist Rob Flynn haben es geschafft, ihre sämtlichen Trademarks gezielt zu ergänzen, die vorhandenen Stärken permanent auszuspielen und das Ganze in 8 Songs ohne Ausfall zu packen.
Die Kompositionen sind förmlich gespickt mit fantastischen, mal harschen, mal melodiösen Riffs und intelligenten Arrangements. Es gibt brillante Solis und Lead-Duelle, dazu jede Menge toller zweistimmiger Harmonien (traumhaftes Zusammenspiel mit Phil Demmel), einen Haufen Passagen zum Schädel wegbangen, aber auch durchaus Stoff zum Zuhören und/oder mit offenem Mund staunend dasitzen. Allein Aesthetics Of Hate enthält mehr gute Ideen als ein komplettes Album manch anderer Band…

Besonders beeindruckend sind MACHINE HEAD jedoch die überlangen Stücke (also die mit mehr als 9 Minuten Spielzeit) geraten, von denen es gleich vier auf The Blackening zu bewundern gibt. Aber weder beim Opener Clenching The Fists Of Dissent (brachialer Einstieg), noch bei Halo (super Refrain) oder A Farewell To Arms (emotionale Achterbahn) kommt auch nur eine Sekunde Langeweile auf; im Gegenteil: Wolves z.B. verfügt über einen so völlig genialen Mittelteil, dass man jedes Mal ergriffen niederknien möchte. Metal pur!
Zudem halten die Songs eine fast schon wunderbare Balance zwischen purer Power und Komplexität, wodurch man bei jedem Durchlauf etwas Neues entdecken kann, während sich im gleichen Track bereits echte Ohrwurmpassagen ins Hirn fräsen. Die Produktion ist optimal, die optische Umsetzung genau passend, und dazu gibt es sogar noch interessante Texte, bei denen sich Rob als immer besserer Sänger etabliert. Was will man da noch mehr?

Man muss daher schon lange suchen, um nicht vielleicht doch noch ein Haar in der Suppe zu finden. Aber kann der auf der Ltd. Edition enthaltende Bonus-Track in Form des Metallica-Klassikers Battery zur Abwertung führen, weil MACHINE HEAD das Stück einfach nur ohne jegliche Änderung nachgespielt haben, wenn einen die Version so dermaßen in den Arsch tritt? Ich denke nicht.
Vielleicht ist die Bonus-DVD nicht ganz so prall geraten; man erfährt zwar einige interessante Details über die Entstehung des Albums, allerdings wird man sich das wohl schwerlich mehrmals anschauen. Trotzdem kann es bei diesem Songmaterial insgesamt nur die Höchstnote geben! Wer sich dieses Album nicht besorgt, verpasst definitiv die musikalische Referenz im härteren Metal-Genre für die nächsten Jahre...