Man
könnte ja beim Titel Terast Mis Hangund Me Hinge
10218 (Gefrorener Stahl in unseren Herzen) an die Finnen
denken und diese Band gleich als Mitläufer verteufeln.
Könnte man, sollte man aber nicht. In diesem Fall handelt
es sich um das wiederveröffentlichte und um einen Track
erweiterte Debütalbum einer Band aus Estland mit dem Namen
METSATÖLL, die sich wie Skyforger auf ihre Ahnen,
die Rus besinnen und deren Melodien wieder zum Leben erwecken.
Hierbei legen sie allerdings noch mehr Wert auf das „Runen-Singen“,
eine alte magische Handlung. Besonders schön ist es in
Metsanviha 2 zu hören, bevor der Song dann härter
wird. Einem nur von der Stimme und einer Trommel getragenen
Stück, welches ein bisschen an Korpiklaanis ruhigere Stücke
erinnert. Allerdings ist der Rest der Platte dann schon wieder
mehr dem Metal zugetan. Die Melodien sind typisch im Stile von
Pagan und Folk Bands gehalten und auch die eingesetzten traditionellen
Instrumente (z.B. Flöten) sind nichts wirklich Neues, bekannt
von Szenegrößen wie XIV Dark Centuries oder auch
Eluveitie und ähnliche Konsorten. Einzig der bis zum Erbrechen
ausgereizte „Ho,ho,ho“ Gesang ist neu. Manchmal
fragt man sich wirklich, ob der Weihnachtsmann nicht aus Estland
kommt. Das ist aber auch der einzig wirklich störende Faktor
an der CD, die klassischerweise natürlich auch mit einem
solchen Intro beginnt. Der Rest ist nicht gerade hitverdächtig,
aber für Fans definitiv ein Muss. Gute Melodien, schöne
Stimmung und Atmosphäre und mal eine Abwechslung zum ewigen
Deutsch, Englisch oder Schwedisch der berühmteren Bands.
Besonders Hundiraev entpuppt sich doch als kleines Schmankerl,
ebenso wie das finale Oma Laulu Ei Leia Ma Üles.
Was sie uns damit aber sagen wollen, wird wohl auf längere
Sicht ein Mysterium bleiben.