METAL CHURCH – This Present Wasteland

 
Label:

Steamhammer/SPV

Release:

19.09.2008

Von:

Stormlord

Punkte:

7/10

Time:

57:21

Stil:

Power Metal

URL:

Metal Church

 
METAL CHURCH und der Fluch der Vergangenheit… die tonnenschwere Last der genialen ersten Alben ist nicht abzuschütteln, doch lassen wir vergangene Zeiten aus dem Spiel und geben This Present Wasteland objektive Aufmerksamkeit ohne die Scheibe vorschnell an der Vergangenheit zerbrechen zu lassen

Sänger Ronny Munroe, seit den beiden Vorgängern dabei, macht seine Sache sehr ordentlich, kann mit seinem Timbre aber auch schon mal an der Toleranzgrenze zerren. Die musikalische Ausrichtung tut dies allerdings so gut wie nie, denn kompetent geriffter Power Metal steht auf dem Programm. Besonders dann, wenn METAL CHURCH auch besinnlichere Töne in ihre Kompositionen mit einfließen lassen, wissen sie den Hörer durch abwechslungsreiche Arrangements zu fesseln. Diese Stilistik kommt beim fein arrangierten Stück The Perfect Crime zum Einsatz, leider fehlt der Komposition der alles überstrahlende Refrain, um das Attribut Weltklasse in den Mund zu nehmen.
Auch beim folgenden Deeds Of A Dead Soul hat Gitarrist Kurdt Vanderhoof ganze Arbeit geleistet und bearbeitet sein Instrument in abwechslungsreicher Manier, unterstützt von seinem neuen Kollegen Rick Van Zandt. Der Chorus dieses mittelschnellen Stampfers darf durch seine mehrstimmige Präsentation getrost als sehr gelungen bezeichnet werden. Die leicht bedrohliche Atmosphäre erhöht die positive Wirkung noch in zusätzlichem Maße, bevor Herr Vanderhoof mit einem virtuosen Solo glänzt. METAL CHURCH fühlen sich scheinbar dann besonders wohl, wenn sie sich in epischen und ausladenden Arrangements vollends austoben können. Deshalb stellt dieses längste Stück auf This Present Wasteland auch den kompositorischen Höhepunkt dar, weil mir auch der etwas dunklere Stimmeinsatz von Ronny besser gefällt.
Die etwas wütenderen Lieder wie Meet Your Maker bieten recht zackigen Power Metal im Stile der zweiten Platte The Dark, bestens in Szene gesetzt durch die tolle Gitarrenarbeit, die immer wieder akustische Elemente aufweist. Auch die anderen, teilweise recht epischen Stücke wie das passend betitelte Monster, gehen gut ins Ohr und rufen angenehme Reaktionen hervor, ohne jedoch vor Begeisterung die Faust gen Himmel zu recken oder vom Hocker zu fallen.

This Present Wasteland stellt für mich somit eine gute METAL CHURCH Platte dar, die jedoch zu wenige herausragende Refrains und absolute Dampfhammerriffs bereithält, um kontinuierlich zu fesseln. Ein paar für meine Begriffe recht belanglose Midtemporocker wie Crawling To Extinction haben sich dann auch noch eingeschlichen, sodass sich letztendlich zwar Wohlwollen, aber kaum Begeisterung breit macht. Ansprechende Halbballaden wie das feine A War Never Won, das sich dramatisch zu steigern vermag, versöhnen mich dann doch wieder recht schnell und bereiten den Weg zu einem positiven Resümee.