Sänger Ronny
Munroe, seit den beiden Vorgängern dabei, macht seine
Sache sehr ordentlich, kann mit seinem Timbre aber auch schon
mal an der Toleranzgrenze zerren. Die musikalische Ausrichtung
tut dies allerdings so gut wie nie, denn kompetent geriffter
Power Metal steht auf dem Programm. Besonders dann, wenn METAL
CHURCH auch besinnlichere Töne in ihre Kompositionen
mit einfließen lassen, wissen sie den Hörer durch
abwechslungsreiche Arrangements zu fesseln. Diese Stilistik
kommt beim fein arrangierten Stück The Perfect Crime
zum Einsatz, leider fehlt der Komposition der alles überstrahlende
Refrain, um das Attribut Weltklasse in den Mund zu nehmen.
Auch beim folgenden Deeds Of A Dead Soul hat Gitarrist
Kurdt Vanderhoof ganze Arbeit geleistet und bearbeitet sein
Instrument in abwechslungsreicher Manier, unterstützt
von seinem neuen Kollegen Rick Van Zandt. Der Chorus dieses
mittelschnellen Stampfers darf durch seine mehrstimmige Präsentation
getrost als sehr gelungen bezeichnet werden. Die leicht bedrohliche
Atmosphäre erhöht die positive Wirkung noch in zusätzlichem
Maße, bevor Herr Vanderhoof mit einem virtuosen Solo
glänzt. METAL CHURCH fühlen sich scheinbar
dann besonders wohl, wenn sie sich in epischen und ausladenden
Arrangements vollends austoben können. Deshalb stellt
dieses längste Stück auf This Present Wasteland
auch den kompositorischen Höhepunkt dar, weil mir auch
der etwas dunklere Stimmeinsatz von Ronny besser gefällt.
Die etwas wütenderen Lieder wie Meet Your Maker
bieten recht zackigen Power Metal im Stile der zweiten Platte
The Dark, bestens in Szene gesetzt durch die
tolle Gitarrenarbeit, die immer wieder akustische Elemente
aufweist. Auch die anderen, teilweise recht epischen Stücke
wie das passend betitelte Monster, gehen gut ins Ohr
und rufen angenehme Reaktionen hervor, ohne jedoch vor Begeisterung
die Faust gen Himmel zu recken oder vom Hocker zu fallen.
This Present
Wasteland stellt für mich somit eine gute
METAL CHURCH Platte dar, die jedoch zu wenige herausragende
Refrains und absolute Dampfhammerriffs bereithält, um
kontinuierlich zu fesseln. Ein paar für meine Begriffe
recht belanglose Midtemporocker wie Crawling To Extinction
haben sich dann auch noch eingeschlichen, sodass sich letztendlich
zwar Wohlwollen, aber kaum Begeisterung breit macht. Ansprechende
Halbballaden wie das feine A War Never Won, das sich
dramatisch zu steigern vermag, versöhnen mich dann doch
wieder recht schnell und bereiten den Weg zu einem positiven
Resümee.