Aus
Limburg kannte ich bis jetzt nur den stark duftenden Käse...
doch nicht alles aus dieser Stadt riecht miefig: es lohnt sich
nämlich wirklich, das Klangwerk Into Nevermore
genauer unter die akustische Lupe zu nehmen. Beim ersten Kontakt
wirkt die Musik von MEMBARIS recht räudig,
äußerst rasant und teilweise chaotisch. Doch mit
jedem neuen Durchlauf offenbaren sich die vielschichtige Klasse
und Liebe zum Detail Stück für Stück.
Schon das eröffnende Winter Night gefällt
mir durch seinen Einfallsreichtum. Da wäre zuerst die über
weite Strecken infernalisch kreischende Stimme zu nennen, die
aber zur Verstärkung der Atmosphäre auch mal im Flüsterton
eingesetzt wird oder hin und wieder Death Metal mäßig
klingt. Hinzu kommen schnelle Nackenbrecherriffs, überraschende
Stimmungs- und Taktwechsel sowie ständige Variationen der
Spielgeschwindigkeit. Die untermalenden Keyboards passen auch
recht gut ins Klangbild.
Auch im weiteren Verlauf von Into Nevermore
schaffen es MEMBARIS, eine mitreißend
dichte Stimmung zu erzeugen. Besonders gut steht den Liedern
der oftmalige Einbau von mittelschnellen Passagen zu Gesicht,
die die dominierenden Hochgeschwindigkeitsattacken auflockern
und kontrastieren.
MEMBARIS erfüllen meiner Meinung nach
drei wichtige Kriterien: sie unterhalten, fordern und überraschen.
Dieses Black Metal Erlebnis mit komplexen Zügen zaubert
ein hämisches Grinsen auf mein Gesicht und lässt mich
gespannt auf die Weiterführung der Trilogie namens Event
Horizon erwarten. Der vorliegende und äußerst
gelungene erste Teil Into Nevermore
weckt Heißhunger auf mehr. Und: es gibt bei dieser Besprechung
auch kein „aber“, denn MEMBARIS
zeigen bis zum instrumentalen Schlusspunkt Sturm keinen
Schwachpunkt, nur Höhepunkte - Punkt!