MOURNING BELOVETH Dust

 
Label: Sentinel Records
Release: 23.01.2001
Von: Wade
Punkte: 7.5/10
Time: 61:03
Stil: Doom Metal
URL: Mourning Beloveth
 
Ah, guter alter Doom Metal. Heute eine scheinbar fast vergessene Kunst seit den Tagen, wo britische Pioniere wie Paradise Lost und Anathema in den frühen 90igern ihren Stil radikal änderten und sich nun in mehr ... wie soll ich sagen: modere Richtungen? bewegen. Ob das nun gut oder schlecht ist, ist wohl Ansichtsache. Also betrachten wir frühe 90iger Doom Bands wie Cathedral und My Dying Bride, die das eine oder andere mal auf ihren Veröffentlichungen herum experimentierten, nur um mit ihren aktuellen Alben die Uhr wieder zurück zu drehen und zu den Doom Wurzeln zu finden. Und wiederum ist es Ansichtssache, ob sie nun erfolgreich an alte Glanztage anknüpfen konnten oder nicht. Für Fans, die Bands wie diesen unter dem Motto huldigen: „verkauft euch nicht für Trends“ ist es wohl eher ein armseliger Versuch, wenn Doom Bands versuchen, die alte Magie wieder aufzunehmen. Wie auch immer, letztendlich liegt es an jedem selbst, was er mag oder nicht. Und um bei Cathedral zu bleiben, MOURNING BELOVETH haben für sie auf deren Tour 1999 eröffnet.

Jedenfalls, nachdem eine Menge Doom Bands ihren Sound geändert, sich gar aufgelöst oder einfach ihre Ideale verloren haben, gibt es in diesem Bereich eine Lücke. Ich meine, wo ist da jemand, der den Thron erben kann? Nun ja, hier haben wir eine Band, die zumindest näher als alle anderen dran ist, diese Aufgabe zu lösen: MOURNING BELOVETH! 1992 in Irland gegründet, gab es 1996 ein erstes musikalisches Lebenszeichen in Form eines 2 Track Demos namens Debüt. Die Band besteht aus Darren (vocals), Frank (git.), Adrian (bass), Brian (vocals & git.) und Timmy (drums).
Ich muss sagen, je öfter ich Dust höre, um so besser gefällt sie mir. MOURNING BELOVETH spielen Doom Metal im Sinne der frühen 90iger aber dennoch unverkennbar mit einem eigenen Stil. Eine Sache, die die Band von ihren Genre Kollegen abhebt, ist ihr Gespür für Melodien. Im Moment ist mein Lieblingstrack der Opener The Mountains Are Mine mit seiner mitreißenden Melodie und dem kraftvollen Fluss. Rechne damit, das der Song nicht das einzige Juwel in dieser Sammlung ist! Titeltrack Dust schafft
den Hörer dann schon ganz schön mit seine 15 Minuten. Er ist langsam, dennoch beständig in seiner Geschwindigkeit. Dust ist definitiv ein großartiger Song, glaubt mir! Vom Gesang her liegt das Hauptaugenmerk auf tiefen Death Growls. Cleaner Gesang fließt aber genauso mit ein und verleiht der Musik einen coolen Sound. Die cleane Stimme ist ebenso fantastisch und erinnert mich zuweilen an Rob Lowe von Solitude Aeternus. Autumnal Fires ist ein hervorragender Song, dessen Leads ich wirklich liebe. All Hope Is Pleading ist ebenfalls ein genialer Song, dessen Leads und Riffs so manchen Metalhead aufhorchen lassen werden. It Almost Looked Human ist ein Song, der vom 98iger Demo Autumnal Fires stammt, aber keinen wesentlichen Unterschied zum aktuellen Material aufzeigt. Sinistra ist ein melancholisch schauriges Instrumental, welches auf dem originalen Release als Hiddentrack zu finden war. Dust endet mit Forever Lost Emeralds, einem noch “unbehandelten” Track vom brandneuen Album The Sullen Sulcus, welches dieser Tage veröffentlicht wurde. Klingt noch wie ein Demo. Aber es scheint, die Band wird ihre musikalische Ausrichtung so schnell nicht ändern. Ist vielleicht ein bisschen kranker. It Almost Looked Human und Forever Lost Emeralds sind Songs, die es nur auf dem 2002er Dust Re-Release gibt.

Insgesamt ist Dust ein ziemlich gutes Album von einer Band, die noch relativ neu in der Szene ist. Für mich hat die Musik was von einer düsteren Höhle, in die man hineinkriechen kann, um die Dunkelheit intensiver zu erforschen. Es gibt akustische Gitarren, cleanen Gesang, beindruckende Leads und einige wirklich heftige Riffs. Ebenso die gesamte Atmosphäre der Produktion macht dieses Album zu einem Gewinner. Erwähnenswert wäre noch, das dieses Album in den bekannten Academy Studios in England unter den Händen von Doomgott Mags produziert wurde, dessen Name den meisten Lesern geläufig sein dürfte. Gemastert wurde von Ex-Cradle Gitarrist Stuart Anstis.
Das Einzige, worüber sich meckern ließe, ist die Albumlänge von über 74 Minuten. Das ist ganz schön heftig und es erzeugt die eine oder andere Länge auf diesem Album, so dass schon abzusehen ist, das einige Hörer ihre Lauscherchen irgendwann abziehen. Aber ich wette, eine Menge Doomheads werden dieses Album lieben. Und am Endes des Tages kann ich nur sagen: es ist ein wirklich gelungenes Album, das ich definitiv allen Doom Fans ans Herz legen möchte!