MATT ELLIOTT – Drinking Songs

 
Label: Ici d' ailleurs
Release: 21.03.2005
Von: BRT
Punkte: 9.5/10
Time: 66:30
Stil: Singer/Songwriter
URL: Matt Elliot
 
MATT ELLIOTT seines Zeichens Kopf der Drums'n'Bass Frickler Third Eye Foundation und Mitglied der Experimental-Space-Kronkler Amp kommt hier mit seiner zweiten Solo-Platte, die sich fast komplett von allzu studioesker Elektronik verabschiedet und den Blick auf die traurige und leise Gitarre in Begleitung von postrockiger Kammermusik freigibt, und fast nur ein Hauch osteuropäischer Folklore, der sich dazugesellt und durch den spärlichen Einsatz von Gesang ein schon soundtrackhaften Spuk erzeugt...
Ein Album übers trinken, wobei wie bei Titel wie The Kursk (russisches U-Boot, das mit kompletter Besatzung versank) das Trinken, ja dann schon eine sehr neue Bedeutung bekommt... doch halt, lustig ist das sicherlich nicht, eine traurigere, düstere, und emotionalere Platte hat man wohl selten gesehen. Hier meint man Resignation, Verlassen werden, Hoffnungslosigkeit und Tristesse gemeinsam an der Theke sitzen zu sehen, die dann gemeinsam den endlosen Kater mit hartem Alkohol, in diesem Fall wohl spirituslastiger Wodka, bekämpfen. Natürlich sitzen gescheiterte Existenzen im Hinterraum und orchestrieren folkloresk diese unwirkliche Szenerie beleuchtet nur von rußendem Kerzenlicht.
Blickt man hinter diese abweisende Wand, findet man jedoch ein Album von nahezu schlichter Schönheit, dessen intensive Atmosphäre einen schon mal nicht mehr loslassen kann, wenn man zu tief in ihr versinkt.
Wenn in Track 6 What The Fuck Am I Doing On This Battlefield? gefragt wird, bekommt man in Track 7 nur den Hinweis A Waste Of Blood, dann meint man schon am absoluten Ende angekommen zu sein... reißt einen doch dann das etwas andere , sehr elektronische percussionierte A Maid We Messed zurück in die Wirklichkeit, eine Drum's'Bass Atmosphären Collage, die einem in zwanzig Minuten Zeit gibt, zurück zu finden um gleichzeitig in einem totalen Sog endgültig im Space und Psychedelia zu versinken.
Fesselnd, Spannend, anders, aber auch gefährlich ... der absolute Downer für die Scheißstunden des Lebens...