MATT
ELLIOTT seines Zeichens Kopf der Drums'n'Bass Frickler
Third Eye Foundation und Mitglied der Experimental-Space-Kronkler
Amp kommt hier mit seiner zweiten Solo-Platte, die sich fast
komplett von allzu studioesker Elektronik verabschiedet und
den Blick auf die traurige und leise Gitarre in Begleitung von
postrockiger Kammermusik freigibt, und fast nur ein Hauch osteuropäischer
Folklore, der sich dazugesellt und durch den spärlichen
Einsatz von Gesang ein schon soundtrackhaften Spuk erzeugt...
Ein Album übers trinken, wobei wie bei Titel wie The
Kursk (russisches U-Boot, das mit kompletter Besatzung
versank) das Trinken, ja dann schon eine sehr neue Bedeutung
bekommt... doch halt, lustig ist das sicherlich nicht, eine
traurigere, düstere, und emotionalere Platte hat man wohl
selten gesehen. Hier meint man Resignation, Verlassen werden,
Hoffnungslosigkeit und Tristesse gemeinsam an der Theke sitzen
zu sehen, die dann gemeinsam den endlosen Kater mit hartem Alkohol,
in diesem Fall wohl spirituslastiger Wodka, bekämpfen.
Natürlich sitzen gescheiterte Existenzen im Hinterraum
und orchestrieren folkloresk diese unwirkliche Szenerie beleuchtet
nur von rußendem Kerzenlicht.
Blickt man hinter diese abweisende Wand, findet man jedoch ein
Album von nahezu schlichter Schönheit, dessen intensive
Atmosphäre einen schon mal nicht mehr loslassen kann, wenn
man zu tief in ihr versinkt.
Wenn in Track 6 What The Fuck Am I Doing On This Battlefield?
gefragt wird, bekommt man in Track 7 nur den Hinweis A Waste
Of Blood, dann meint man schon am absoluten Ende angekommen
zu sein... reißt einen doch dann das etwas andere , sehr
elektronische percussionierte A Maid We Messed zurück
in die Wirklichkeit, eine Drum's'Bass Atmosphären Collage,
die einem in zwanzig Minuten Zeit gibt, zurück zu finden
um gleichzeitig in einem totalen Sog endgültig im Space
und Psychedelia zu versinken.
Fesselnd, Spannend, anders, aber auch gefährlich ... der
absolute Downer für die Scheißstunden des Lebens...