ANDRE MATOS – Time To Be Free

 
Label: Steamhammer/SPV
Release: 22.02.2008
Von: Joking
Punkte: 7.5/10
Time: 64:22
Stil: Symphonic Power Metal
URL: Andre Matos
 
ANDRE MATOS hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich, beehrte er mit seinem voluminösen Sangesorgan diverse Bands, am bekanntesten dürfte seine Mitgliedschaft bei Angra und Sha(a)man, sowie seine Gastrolle bei Avantasia sein. Jüngst trat er auch erfolgreich als „Tommy“ in einer brasilianischen Aufführung der gleichnamigen Rockoper auf. Time To Be Free ist sein erstes Solo-Album. Und das hat es in sich. Denn nach dem klassischen Einstieg mit Menuett geben MATOS und seine kompetenten Mitstreiter ordentlich Gas. Die Gitarren brettern, das Schlagzeug knüppelt, doch niemals so derb, dass die pralle Melodienfülle erschlagen wird. In den Atempausen darf Fabio Ribeiro auch schon mal klassische Orgelklänge erschallen lassen. Der Opener Letting Go macht seinem Namen alle Ehre, wird melodisch aber getoppt von den folgenden Stücken Rio und Remember Why. Das fünfte Lied How Long klingt dann ein bisschen zu sehr nach Allerweltsmetal, hier kann MATOS eigentlich nur mit seiner Stimme, die sich elegant in ziemliche Höhen schrauben kann ohne zu nerven, punkten.
Am spannendsten ist das Album immer dann, wenn das Gas gedrosselt wird und alle Beteiligten zeigen können, dass gerade in der Zurückhaltung wahre Größe steckt.
Schönes Beispiel sind der Einstieg und die semi-akustischen Zwischenstücke in Looking Back, sowie das elegische Face The End. Mit dem Titelstück gibt es noch einmal einen expressiven Höhenflug; die Klassikparaphrase A New Moonlight baut eine traumhafte Nachtschattenstimmung auf, aus der man mit dem knalligen Endeavour zum Finale mitten hinein in den Tag geworfen wird. Das klangtechnisch exzellente Album ist über die gesamte Lauflänge, trotz kleinerer Durchhänger, abwechslungsreich und stimmig.
Wie so oft bei solcher Musik darf man allzu Innovatives nicht erwarten. ANDRE MATOS und seine Band bewegen sich schließlich im zahlreich durchschifften Meer des klassisch-, melodischen Bombast-Metals. Da eine neue Route zu entdecken ist unglaublich schwer, viel einfacher ist es, in irgendwelchen Untiefen unterzugehen. Das wird auf Time To Be Free packend und hörenswert vermieden.