An alle
Freunde von Napalm Death, vorwiegend diejenigen aus der Diatribes-Phase:
hier ist Kraftfutter für euch! Ähnlich groovig und
treibend, mit einer Stimme Marke Barney Greenway, prügelt
sich das österreichische Knüppelorchester durch 13
Songs. So schnell wie in der Vergangenheit sind die Songs nicht
mehr, dafür besser strukturiert und wohldurchdacht. Klar
kommen auch Freunde des blastenden Beats voll auf ihre Kosten,
wie in Unrestrained oder To Hell With Good Intentions,
doch die schnellen Teile wirken nun noch viel mehr, da sie sich
von den langsameren, schweren Passagen gut abheben und kontrastiert
werden. Zu manchen Songs gibt es gesprochene Intros, wie im
Grindcore oft üblich. Mir gefallen wirklich die melodischeren
Stücke auf Mind besser, wie das
angenehm dahin fließende Mindthrill oder das
relaxte Crawl. Witzig finde ich auch die kurzen, nicht
mal eine Minute lang dauernden Eruptionen Violated With
Flowers (köstlicher Titel!) oder Curriculum Vitae,
die zusätzliche Auflockerung bieten. Das ständige
Grindcoregehacke fände ich zu eintönig, weshalb ich
über die gebotene Mischung auch recht froh bin. Aus dem
Rahmen fällt definitiv das überlange Abschlussmonster
Control?, das sich bedrohlich aus den Boxen windet
und über die gesamte Länge von fast acht Minuten eine
beklemmende Atmosphäre in einer zermalmenden Klanggewalt
versprüht. Der Sound kommt überhaupt sehr passend
rüber, also kann ich eigentlich nix Schlechtes über
die neue Veröffentlichung der sich treu bleibenden Wiener
sagen. Dafür dass ich kein Anhänger von Grindcore
bin, fällt das Resümee für Mind
überraschend positiv aus. Die Summe aus gebotener Abwechslung,
Spielfreude und kurzweiliger Unterhaltung ergibt eine überdurchschnittliche
Wertung.