Paul Speckmann
ist Kult! MASTER sind ebenso kultig. Hier gibt
es keine halsbrecherischen Frickelorgien oder technische Spielereien,
der Death Metal Hammer kreist 13 Mal, einfach und effektiv.
So simpel ist das Rezept der dreiköpfigern Band, altbewährt
und immer wieder gut. Das soll allerdings nicht heißen,
dass die Herrschaften ihre Instrumente nicht beherrschen würden,
ganz im Gegenteil, doch das Hauptaugenmerk liegt nicht auf Technik,
sondern wichtig sind kurze, nach vorne losgehende Songs.
Obwohl die Spielzeit von gut einer Stunde sehr viel anmutet,
ist die Scheibe kurzweilig und über die gesamte Dauer unterhaltsam.
Am besten sind MASTER immer dann, wenn Paule
eingängig-dreckige Refrains in die Welt hinausrotzt und
der Groove die heimischen vier Wände erzittern lässt.
Das raue Organ von Urviech Paul (irgendwo zwischen Lemmy und
Sabina Classen) passt wie die Faust zur simplen und rotzigen
Attitüde der drei Todesbrüder. Zu Beginn konnte ich
mich mit der allzu einfach wirkenden Mischung nicht recht anfreunden,
doch die Songs entfalten einen eigenwilligen Charme, dem ich
mich hin und wieder gerne hingebe. Der Qualitätslevel unterliegt
keinen Schwankungen, von vorneweg bis zur letzten Note gibt
es haufenweise coole Riffs mit ordentlichem Druck zu hören.
Solide und treibend präsentiert sich auch der Schlagwerker.
Hervorheben möchte ich Does One Feel Pain, das
in der zweiten Songhälfte unwiderstehlich den Körper
in Bewegung versetzt, gibt doch ein etwas langsamerer Groove
allen Grund dazu. Das Liedchen beginnt recht unspektakulär,
bietet aber nach zweieinhalb Minuten bestes Headbangerfutter
und wird zu einem schleichenden Nackenbrecher, der trotz seiner
über sechs Minuten Dauer viel zu schnell vorbei ist. Doch
schon das coole Eröffnungsriff von Betrayal tröstet
schnell über das vorschnelle Ende hinweg, das Tempo bleibt
den ganzen Song über hoch ohne Breaks und großartige
Abwechslung. Doch auf die Variation des Tempos vergessen MASTER
nicht: sei es ein schleppendes Intro wie bei Lined Up And
Punished, das dann aber flott nach vorne fegt oder die
doomigen Vibes, die manchen Tracks innewohnen. Meistens regiert
aber wohldosiertes Uptempo mit punkig-dreckiger Stimmung, die
diese Band sehr authentisch rüberbringt. Mir persönlich
gefällt auch der Titel Four More Years Of Terror,
der sich auf die politischen Zustände in den US of A bezieht
und diese nicht gerade mit Lob überschüttet…
MASTER sind eben MASTER –
und das ist gut so!