MASTER – Four More Years Of Terror

 
Label: Twilight
Release: 21.11.2005
Von: Stormlord
Punkte: 7.5/10
Time: 61:09
Stil: Death Metal
URL: Master
 

Paul Speckmann ist Kult! MASTER sind ebenso kultig. Hier gibt es keine halsbrecherischen Frickelorgien oder technische Spielereien, der Death Metal Hammer kreist 13 Mal, einfach und effektiv. So simpel ist das Rezept der dreiköpfigern Band, altbewährt und immer wieder gut. Das soll allerdings nicht heißen, dass die Herrschaften ihre Instrumente nicht beherrschen würden, ganz im Gegenteil, doch das Hauptaugenmerk liegt nicht auf Technik, sondern wichtig sind kurze, nach vorne losgehende Songs.
Obwohl die Spielzeit von gut einer Stunde sehr viel anmutet, ist die Scheibe kurzweilig und über die gesamte Dauer unterhaltsam. Am besten sind MASTER immer dann, wenn Paule eingängig-dreckige Refrains in die Welt hinausrotzt und der Groove die heimischen vier Wände erzittern lässt. Das raue Organ von Urviech Paul (irgendwo zwischen Lemmy und Sabina Classen) passt wie die Faust zur simplen und rotzigen Attitüde der drei Todesbrüder. Zu Beginn konnte ich mich mit der allzu einfach wirkenden Mischung nicht recht anfreunden, doch die Songs entfalten einen eigenwilligen Charme, dem ich mich hin und wieder gerne hingebe. Der Qualitätslevel unterliegt keinen Schwankungen, von vorneweg bis zur letzten Note gibt es haufenweise coole Riffs mit ordentlichem Druck zu hören. Solide und treibend präsentiert sich auch der Schlagwerker. Hervorheben möchte ich Does One Feel Pain, das in der zweiten Songhälfte unwiderstehlich den Körper in Bewegung versetzt, gibt doch ein etwas langsamerer Groove allen Grund dazu. Das Liedchen beginnt recht unspektakulär, bietet aber nach zweieinhalb Minuten bestes Headbangerfutter und wird zu einem schleichenden Nackenbrecher, der trotz seiner über sechs Minuten Dauer viel zu schnell vorbei ist. Doch schon das coole Eröffnungsriff von Betrayal tröstet schnell über das vorschnelle Ende hinweg, das Tempo bleibt den ganzen Song über hoch ohne Breaks und großartige Abwechslung. Doch auf die Variation des Tempos vergessen MASTER nicht: sei es ein schleppendes Intro wie bei Lined Up And Punished, das dann aber flott nach vorne fegt oder die doomigen Vibes, die manchen Tracks innewohnen. Meistens regiert aber wohldosiertes Uptempo mit punkig-dreckiger Stimmung, die diese Band sehr authentisch rüberbringt. Mir persönlich gefällt auch der Titel Four More Years Of Terror, der sich auf die politischen Zustände in den US of A bezieht und diese nicht gerade mit Lob überschüttet…
MASTER sind eben MASTER – und das ist gut so!