MARILLION – Marbles  
 
Label: Intact Recordings
Release: 03.05.2004
Von: Reverend
Punkte: 8,5
Time: 68:08
Stil: Progressive Rock
URL: Marillion
 

Nachdem die letzten MARILLION-Outputs ein wenig durchwachsen waren und viele ehemalige Fans dachten, man hätte sich nun endgültig ins Pop-Lager verabschiedet, kommt mit Marbles nun ein Album heraus, welches viele, die der Band bereits den Rücken gekehrt haben, versöhnlich stimmen könnte. Ich finde, dass Marbles am ehesten an die alten Erfolgsalben der Band (damals noch mit dem später auf Solopfaden erfolgreichen Frontman FISH) anknüpfen kann und definitiv das stärkste Album der Band seit dem 1989er Seasons End ist. Vergleichbar mit dem Stil der 80er Jahre ist der Sound auf Marbles zwar nicht, dafür aber sehr eigenständig und stimmig. Man greift verstärkt auf Elektronik zurück, die sich aber gut ins Gesamtbild einfügt, und sogar Steve Rothery’s wundervolle „singende“ Lead-Gitarre ist wieder häufiger zu vernehmen, z.B. auf der Single-Auskopplung You’re Gone, einem der stärkeren Songs des Albums. Ebenfalls erfreulich stimmt mich die Tatsache, dass mit dem Opener The Invisible Man und dem Song Neverland zwei Stücke von epischen Ausmaßen (beide über 12 bzw. 13 Minuten lang) mit von der Partie sind. Insgesamt ist der Stil der Songs auf dem Album recht unterschiedlich und doch klingt es wie aus einem Guss, was die Qualität der Band ein weiteres Mal demonstriert. Man hat sich hier und da stärker an Pink Floyd angelehnt als auf den Alben davor, aber mal ehrlich: Welche Prog Rock Band tut das nicht? Insgesamt ist Marbles durchweg zu empfehlen, und durch die dezente Rückbesinnung auf alte Stärken sogar für alte und ehemalige Fans interessant. So unterschiedlich die beiden Bands auch sein mögen, aber der gute alte FISH muss nun ein wenig nachlegen, damit auch er ein qualitativ so anspruchsvolles Album zustandebringt. Mr. Hogarth als „neuer“ Frontman hat zwar immer noch nicht dieselbe Ausstrahlung wie sein fischiger Vorgänger (und das, obwohl er schon seit 15 Jahren dabei ist), aber er arbeitet dran und war noch nie dichter daran als jetzt. Und er hat einen definitiven Bonus: Seine Stimme ist wirklich sehr, sehr gut!