Für
mich war es schon verwunderlich zu sehen, dass es sich bei MAR
DE GRISES um eine chilenische Band handelt, da melancholischer
Doom normalerweise aus Ländern kommt, in denen das Wetter
rau, die Winter kalt und die Tage dunkel sind und da ist die südamerikanische
Herkunft eben doch etwas verwirrend. Aber nichtsdestotrotz schaffen
es die Fünf ein authentisches Doom Album herauszubringen,
auch wenn man doch gewisse Unterschiede zu anderen Firebox-Releases
hören kann. So beschränkten sich MAR DE GRISES
nicht nur auf den Doom Metal, sondern lassen diverse andere Musikstilrichtungen
in ihre Musik miteinfließen – begonnen mit Klassik,
Prog Rock bis hin zu Death Metal. Dies hört sich natürlich
sehr interessant, kreativ und eigenständig an, was es zweifelsohne
auch ist, jedoch fällt es dem Hörer schwer sich in das
Gesamtwerk richtig hineinzufühlen, da man teilweise von einer
Stimmung zur anderen gezogen wird, ohne den Übergang richtig
mitzubekommen bzw. einen Sinn dahinter zu sehen. Man kann weder
die triste, bedrückende Gefühlslage, die die sonstigen
Doom-Alben mit sich bringen, richtig genießen, noch auf
die Kreativität achten, da es eben teilweise zu vertrackt
und undurchsichtig hinüberkommt. Auch wenn sich das jetzt
alles etwas negativ anhört: Schlecht ist The
Tatterdemalion Express allerdings wirklich nicht,
sonst hätten sie es wohl auch kaum zu einem Vertrag mit Firebox
geschafft, die meiner Meinung nach ein sehr hochwertiges Labelprogramm
zu bieten haben – allerdings gehört eben ein gewisser
Roter Faden in das Gesamtkonzept, damit die sonstigen Spitzenleistungen
der Band auch im Gesamtbild glänzen können. |