So
langsam kommt es mir vor, als gäbe es in Skandinavien mehr
Bands als Bäume. Diesmal kommen die Finnen von MANITOU
zum Handkuss. Im Gegensatz zu dem, was der Bandname vermuten
lässt, gibt es auf Deadlock keinen
Western Metal, sondern eine recht attraktive Mischung aus Prog-
und Power Metal. Einflüsse erkennt man von verschiedenen
Größen der genannten Stilrichtungen: Annihilator
hört man bei Psycoracer raus, während der
Opener And The Silence Bites aus der Feder eines Dio
stammen könnte. Waste, Damnation geht glatt als
Iron Maiden Cover durch. Black Burning Flame schließt
den Kreis mit einer Verbeugung vor Skid Row. Die restlichen
Tracks kann man getrost zwischen den genannten Richtungen parken.
Was erfreulicherweise auffällt, ist die klare, kraftvolle
Produktion. Auch das Organ von Sänger Markku Philaja weiß
zu gefallen, weil er nicht im Eierkneif-Wettbewerb antritt,
sondern melodisch und kraftvoll zu singen weiß. Die Melodien
sind einprägsam und leicht, und trotz Prog – Anleihen
halten sich die Soli in einem songdienlichen Ausmaß.
Von daher werden MANITOU sicherlich keinen
Originalitätspreis bekommen, und mir persönlich schlägt
der Prog-Anteil ein wenig in den Magen. Wer aber daran Gefallen
findet wird mit Deadlock ein gutes
Album vorfinden.