MANIFEST – Hedonism

 
Label: Morningstar Records
Release: 11.02.2008
Von: Stormlord
Punkte: 6.5/10
Time: 42:19
Stil: Thrash/Death Metal
URL: Manifest
 
MANIFEST versprühen eine ganze Menge Energie, klingen aggressiv, vergessen aber nicht die richtige Dosis Melodie und geben sogar ruhigen Tönen Platz zur Entfaltung.

Die Stimme von Stian Leknes pendelt zwischen intensivem Kreischen und dunklem Grollen hin und her. Der gute Herr versucht zwischendurch auch, melodische Gesangslinien zum Besten zu geben und löst diese Aufgabe recht gut.
In klassischer Viererbesetzung angetreten, schüttelt Gitarrist Ole so manches Killerriff aus dem Ärmel und kann sich dabei auf ein kompetentes Rhythmusfundament stützen.
Mir gefällt die Musik von MANIFEST dann am besten, wenn schleppende Passagen das Sagen haben und die Stimmung dunkel und bedrohlich wird, Da schadet es auch nicht, wenn die Drums mal ein bisschen moderner oder gar experimentell klingen und sich die Gitarren auch kleinen Spielereien hingeben, wie es im Stück Unrelenting passiert. Gerade durch diese überraschenden Zwischenspiele heben sich MANIFEST ein Stück von der Masse ab. Der Band gelingt es dennoch nicht ganz, voll ins Schwarze zu treffen, denn so richtig eingängig sind ihre Stücke nicht und ein paar geniale Hooks und Refrains mehr wären wünschenswert.
Pfeilschnelle Kost gibt es auf Hedonism tonnenweise zu hören, Machinery Of Violence etwa zieht ohne jemals auf die Bremse zu treten direkt ins Genick. Auch hier fallen die Gitarren aus dem sonst recht traditionellen Rahmen, bieten sie doch ein verspieltes Solo, das vom Stil her entfernt an Pantera erinnert.
Bei der Einleitung zu Swine gönnen uns die Norweger erstmals eine kurze Verschnaufpause in Form eines akustischen Intros, doch stampfender Stahl übernimmt schnell das Zepter. Hier gelingt der Aufbau einer beklemmenden Atmosphäre, welche dieses Stück interessant macht.
Nahezu stressig präsentiert sich das Stück Hydroplaning, sowohl den instrumentalen Aufbau als auch den Gesang betreffend. Hier tobt sich die Band in experimenteller Hinsicht vollkommen aus und lässt den Puls in die Höhe schnellen.

Insgesamt kommt mir Hedonism ein wenig zu eindimensional daher, Ohrwürmer sind rar gesät und MANIFEST setzen oft auf pure Aggression und Geschwindigkeit. Deshalb werden wohl nur jene mit Hedonism gänzlich glücklich, denen wenige Melodien ausreichen und ein bisschen Hektik sowie Moderne nicht zu viel sind.