Die Stimme von
Stian Leknes pendelt zwischen intensivem Kreischen und dunklem
Grollen hin und her. Der gute Herr versucht zwischendurch
auch, melodische Gesangslinien zum Besten zu geben und löst
diese Aufgabe recht gut.
In klassischer Viererbesetzung angetreten, schüttelt
Gitarrist Ole so manches Killerriff aus dem Ärmel und
kann sich dabei auf ein kompetentes Rhythmusfundament stützen.
Mir gefällt die Musik von MANIFEST dann am besten,
wenn schleppende Passagen das Sagen haben und die Stimmung
dunkel und bedrohlich wird, Da schadet es auch nicht, wenn
die Drums mal ein bisschen moderner oder gar experimentell
klingen und sich die Gitarren auch kleinen Spielereien hingeben,
wie es im Stück Unrelenting passiert. Gerade durch
diese überraschenden Zwischenspiele heben sich MANIFEST
ein Stück von der Masse ab. Der Band gelingt es dennoch
nicht ganz, voll ins Schwarze zu treffen, denn so richtig
eingängig sind ihre Stücke nicht und ein paar geniale
Hooks und Refrains mehr wären wünschenswert.
Pfeilschnelle Kost gibt es auf Hedonism tonnenweise
zu hören, Machinery Of Violence etwa zieht ohne
jemals auf die Bremse zu treten direkt ins Genick. Auch hier
fallen die Gitarren aus dem sonst recht traditionellen Rahmen,
bieten sie doch ein verspieltes Solo, das vom Stil her entfernt
an Pantera erinnert.
Bei der Einleitung zu Swine gönnen uns die Norweger
erstmals eine kurze Verschnaufpause in Form eines akustischen
Intros, doch stampfender Stahl übernimmt schnell das
Zepter. Hier gelingt der Aufbau einer beklemmenden Atmosphäre,
welche dieses Stück interessant macht.
Nahezu stressig präsentiert sich das Stück Hydroplaning,
sowohl den instrumentalen Aufbau als auch den Gesang betreffend.
Hier tobt sich die Band in experimenteller Hinsicht vollkommen
aus und lässt den Puls in die Höhe schnellen.
Insgesamt kommt
mir Hedonism ein wenig zu eindimensional daher,
Ohrwürmer sind rar gesät und MANIFEST setzen
oft auf pure Aggression und Geschwindigkeit. Deshalb werden
wohl nur jene mit Hedonism gänzlich glücklich,
denen wenige Melodien ausreichen und ein bisschen Hektik sowie
Moderne nicht zu viel sind.