Sieh einer
an, die gute alte Bay Area liegt neuerdings in Norwegen, meint
man zu denken, wenn man das zweite Album der Thrasher MANIFEST
auflegt. Na klar, ganz so antiquiert klingt das nicht, eine
moderne Schippe Metalcore (mal nicht negativ gemeint), und ne
Prise Göteborg-Elchtod sind durchaus mit in den Sound eingebaut.
Aber dennoch,
beinharte Stakkato Attacken, Doublebass, vertracktes Songwriting,
Tempiwechsel und Breaks bis zum Abwinken, viele versteckte kleine
Melodien und natürlich eine mega-gemeine, ultrabrutale
Aggressionsausstrahlung ... woher soll es nicht sonst kommen,
wenn aus dem guten alten Thrash Metal.
Zu Zeiten, wo alleine Machine Head aus dieser Szene sich auf
diese Stärken besinnen, ist das dennoch eine Seltenheit,
leider ... aber um so mehr fällt auf, wie gut MANIFEST
sind, die ihren einzigen Schwachpunkt tatsächlich im etwas
eindimensionalen Gesang haben.
Mit zunehmender Spielzeit schleichen sich auch noch andere Elemente
in den Sound ein, wie melodische Gesangspassagen (spärlich)
und schon fast an Bostoner Bulldozercore wie Botch gemahnende
Parts.
Half
Past Violence ist eine spannende und abwechslungsreiche
Platte, die sicherlich 8,5 Punkte wert ist.