MANIC MOVEMENT - Future Dreaming Self ...

Label: Megalomanious Records

Release: 2000

Von: Calani

Punkte: 8

  
Nun ja, passend zum Konzert konnte ich nicht umhin, mir auch die CD einzuverleiben. Leider wurde sie bisher nur in den Benelux Ländern veröffentlicht. Für den Rest der Welt ist man noch immer auf der Suche nach einem Deal. Ich hoffe mal, daß es nicht mehr allzu lange dauern wird, denn hier entgeht uns was! Mit Future Dreaming Self... servieren uns die belgischen Jungs ihr zweites Werk, konnten sie doch schon mit Thousand Sufferings einen Achtungserfolg erzielen.
Zunächst braucht es etwas Zeit, mit der CD vertraut zu werden. Future Dreaming Self... ist in 5 Welten oder auch Traumsequenzen aufgeteilt ( Dreamvolution ; Singularity ; Future Fairytales ; Garden Outside Time ; Memory Palace ), welche dann mit den Songs inhaltlich gefüllt werden. Diese Welten vereinen Aspekte der Vergangenheit, der Zukunft und der Gegenwart. Allerdings entspricht die Reihenfolge im Booklet nicht der Reihenfolge auf der CD. Das schafft einige Verwirrung, geht es hier doch um eine recht komplexe Geschichte.
Musikalisch zwingen sich einem dringende Vergleiche mit Dream Theater zu Zeiten von Images And Words auf, allerdings im modernen Klanggewand. Nur das man hier den Schwerpunkt überdeutlich auf die Keyboards gelegt hat. Auch die Gitarrenriffs kommen einem das eine oder andere Mal sehr bekannt vor. Trotzdem kann man den Jungs nicht völlige Klauerei vorwerfen. Sie schaffen es nämlich das Ganze irgendwie recht originell und vor allem sehr druckvoll zu verpacken. Der Sound und die Produktion sind wirklich ein Hammer, kann man nicht anders sagen. Da hat man sich sehr viel Mühe gegeben. Der typisch progressive Dream Theater Einfluß wird hauptsächlich über die Keyboards und nicht über die Gitarrenfront erzeugt. Dennoch wirken die Tastenkompositionen nicht überladen. Gelungene Mischung würde ich sagen. Sänger Maarten variiert zwischen tieferen Growls, cleanem Gesang und spoken words. Er übertreibt es nicht, könnte aber sicherlich noch daran arbeiten.
Jede Traumsequenz wird von einem kurzen Intro eingeleitet. Auffällig ist, das insbesondere der erste Track eines jedes Kapitels ein exzellenter Hammer ist. Leider unterscheiden sich die einzelnen Sequenzen nicht wirklich. Man erkennt keine musikalischen oder thematischen Unterschiede. Einzig die dritte Welt Future Fairytales hebt sich ein wenig ab. Was daran liegen mag, das man hier im Kern Our Darkness von Anne Clarke gecovert hat ( ziemlich geil ) und die anderen Tracks drumherum deshalb deutlich elektronischer sind. Im Ganzen muß ich gestehen, sind die 5 Welten einfach zuviel und die Platte deshalb mit insgesamt 18! Songs und knapp 70 Minuten viel zu lang. Die Idee, die dahinter steckt ist wirklich gut, aber weniger wäre mehr gewesen oder das Album hätte deutlich abwechslungsreicher und die einzelnen Kapitel individueller sein müssen. Auch merkt man den Jungs eine gewisse Unsicherheit im Sound im generellen an. Ich denke, sie wissen noch nicht so richtig, wo sie wirklich hinwollen, musikalisch gesehen. Aber dennoch ein empfehlenswertes Album !

Anspieltipps: Mankind's Misanthrophic Ambassador; Technocalyps; Scarlet; Textures und Our Darkness

Manic Movement