Uh,
mit über 15 Jahren Bandgeschichte haben die Norweger MANES
schon einiges auf dem Kreuz. Gestartet sind sie als Duo 1992,
welches inzwischen über die Jahre hinweg zu einer kompletten
Band angewachsen ist. Soviel musikalische Erfahrung hätte
vermutlich dafür sorgen können, das man sich in diesem
Gemischtwarenladen zurechtfindet.
Wenn man es nicht besser wüsste, könnte How
The World Came To An End ein Mixtape oder eine
Compilation sein. Auf den ersten Blick lässt sich kein
fester Stil erkennen, bzw. wechselt dieser innerhalb jedes Stückes
und nochmal zu jedem nächsten Stück... Soweit die
Vorteile: Langeweile kommt ganz sicher nicht auf, eine erkennbare
Linie oder einen roten Faden findet der Verfasser dieses Artikels
jedoch auch nicht.
Es finden sich Progressive-Metal Elemente, lagern Trip-Hop Elemente
daneben, Industrial Lärm überschattet französischen
Hip-Hop, atmosphärisches Gewabber und gotische Kathedralen
stürzen übereinander ein... das nur ansatzweise...
Man muss MANES und ihrem How The
World Came To An End wohl eine gewisse Überambitioniertheit
vorwerfen. Anders lässt es sich nicht erklären, warum
die einzelnen Elemente ihrer Musik im teilweise etwas unausgegorenen
Mix untergehen. Die Gitarren sind zu stark verzerrt und überlagern
die vielen Feinheiten, während der (durchaus sehr vielseitige
und abwechslungsreiche) Gesang an vielen Stellen einfach untergeht.
Bei einer derart ambitionierte Platte hätte man sich beim
Endmix etwas mehr Gedanken machen sollen... Das nebenbei kein
Song hängen bleibt bzw. – allen atmosphärischen
Elementen zum Trotz – keine Atmosphäre aufkommt,
sind vermutlich die anderen Gründe, warum ich keinen Zugang
zu dieser Platte finde. Lediglich der vorletzte Song Transmigrant
lässt einen Faden, Melodie und gute Songstrukturen erkennen,
die gefallen.
Die Zutaten der
Suppe sind gut gewählt, jedoch war der Koch wohl etwas
bekifft, als er sie zusammengekippt hat.
Wenn der geneigte
Hörer einen Vergleich braucht, mag er es mit einer etwas
Progrock & TripHop lastigen Version von Stabbing Westward
auf einem EBM-Trip versuchen, diese krude Mischung sich vorzustellen.
Ob ihm das hilft in dieser Platte etwas zu finden oder sich
in dieser Platte zurechtzufinden, sei dahingestellt. Bei mir
leuchten Fragezeichen über dem Kopf.
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