MANES – How The World Came To An End

 
Label: Candlelight Records
Release: 25.05.2007
Von: BRT
Punkte: -/-
Time: 44:41
Stil: Electro/Metal/Crossover
URL: Manes
 
Uh, mit über 15 Jahren Bandgeschichte haben die Norweger MANES schon einiges auf dem Kreuz. Gestartet sind sie als Duo 1992, welches inzwischen über die Jahre hinweg zu einer kompletten Band angewachsen ist. Soviel musikalische Erfahrung hätte vermutlich dafür sorgen können, das man sich in diesem Gemischtwarenladen zurechtfindet.
Wenn man es nicht besser wüsste, könnte How The World Came To An End ein Mixtape oder eine Compilation sein. Auf den ersten Blick lässt sich kein fester Stil erkennen, bzw. wechselt dieser innerhalb jedes Stückes und nochmal zu jedem nächsten Stück... Soweit die Vorteile: Langeweile kommt ganz sicher nicht auf, eine erkennbare Linie oder einen roten Faden findet der Verfasser dieses Artikels jedoch auch nicht.
Es finden sich Progressive-Metal Elemente, lagern Trip-Hop Elemente daneben, Industrial Lärm überschattet französischen Hip-Hop, atmosphärisches Gewabber und gotische Kathedralen stürzen übereinander ein... das nur ansatzweise...
Man muss MANES und ihrem How The World Came To An End wohl eine gewisse Überambitioniertheit vorwerfen. Anders lässt es sich nicht erklären, warum die einzelnen Elemente ihrer Musik im teilweise etwas unausgegorenen Mix untergehen. Die Gitarren sind zu stark verzerrt und überlagern die vielen Feinheiten, während der (durchaus sehr vielseitige und abwechslungsreiche) Gesang an vielen Stellen einfach untergeht.
Bei einer derart ambitionierte Platte hätte man sich beim Endmix etwas mehr Gedanken machen sollen... Das nebenbei kein Song hängen bleibt bzw. – allen atmosphärischen Elementen zum Trotz – keine Atmosphäre aufkommt, sind vermutlich die anderen Gründe, warum ich keinen Zugang zu dieser Platte finde. Lediglich der vorletzte Song Transmigrant lässt einen Faden, Melodie und gute Songstrukturen erkennen, die gefallen.

Die Zutaten der Suppe sind gut gewählt, jedoch war der Koch wohl etwas bekifft, als er sie zusammengekippt hat.

Wenn der geneigte Hörer einen Vergleich braucht, mag er es mit einer etwas Progrock & TripHop lastigen Version von Stabbing Westward auf einem EBM-Trip versuchen, diese krude Mischung sich vorzustellen. Ob ihm das hilft in dieser Platte etwas zu finden oder sich in dieser Platte zurechtzufinden, sei dahingestellt. Bei mir leuchten Fragezeichen über dem Kopf.