YNGWIE MALMSTEEN's RISING FORCE - Attack

Label: SPV

Release: 16.09.2002

Von: Lord Byron

Punkte: 6

Nachdem die Schweden in letzter Zeit eher durch melodiösen Death Metal geglänzt haben, zeigt der Meister des Gitarrensolos persönlich, dass aus seiner Heimat auch starker Heavy Rock kommen kann. Dieser Vergleich hinkt zwar ein wenig, da der Meister schon lange nach Amerika ausgewandert ist, aber das ändert nichts an seiner Herkunft. Nachdem der kleine YNGWIE von Hendrix und später von Paganini so begeistert war, übte er wie ein Besessener an seiner Gitarre, was sich bezahlt machte. Sein erstes Album Rising Force - die meisten werden wohl gedacht haben, der Bandname hätte keinen Hintergrund - kam gleich mal in die amerikanischen Charts. Ob das mit diesem Album auch gelingt, vermag ich nicht zu sagen, denn der Großmeister zeigt hier nur allzu deutlich, wer der Chef im Gitarrenhimmel ist. Und genau da liegt auch mein Hauptproblem, dass ich mit diesem Album habe - gleich nach 7 Sekunden ist schon das erste Solo zu hören und eine Menge werden folgen. In jedem Song mindestens zwei Soli und auch die Rhythmusriffs sind alles andere als eingängig. YNGWIE ist wirklich einer der besten, wenn nicht der beste Gitarrist dieser Erde und es können sicherlich nicht viele Leute sagen, sie können seine Riffs in der gleichen Geschwindigkeit nachspielen. Aber das Problem an dieser Virtuosität ist, das es für den "normalen" Metaller nicht mehr so zugänglich, und daher schwerer zu konsumieren ist. Manchmal kommt mir dieses Album so vor, als wäre es Musik - geschrieben für Musiker... Wenn aber mal ein melodisches Solo aus des Meisters Saiten entfleucht, dann aber auch ein sehr gutes, wie beispielsweise bei dem Song Ship Of Fools. Da macht das zuhören Spaß und da der Song auch bangtauglich ist, wäre er sicherlich live eine Ohrenweide. Auch 3 Instrumentalwerke dürfen auf einem MALMSTEEN Album nicht fehlen, welche alle eher unter der Rubrik "nicht notwendig" fallen, da das Album mit 15 Songs und knapp 70 Minuten Spielzeit ausreichend lang ausgefallen ist...

Die Mitstreiter, die sich YNGWIE besorgt hat, sind - wie auf seinen Alben üblich - nur Statisten und "dürfen" dem Meister bei der Arbeit assistieren. Keiner der anderen fällt in irgendeiner Art und Weise besonders hervor, außer vielleicht Sänger Dougie White, welcher dringend nötig war, was man bei dem Song Freedom, wo YNGWIE selber singt, deutlich hört...
Dieses Album ist musikalisch über alle Zweifel erhaben, leider leidet darunter die Musik, was bei der Klasse eines MALMSTEEN nicht nötig gewesen wäre...

Yngwie Malmsteen