Hier
haben wir es mit dem Debüt der amerikanischen Band MALEFACTOR
zu tun. Ich sage es zwar nicht gerne, aber ich hätte wirklich
nichts dagegen, wenn Death Falls Silent
zugleich auch das letzte Album des Fünfers aus den Staaten
wäre.
Nach dem furchtbar originellen und noch niemals zuvor verwendeten
„I love the smell of napalm in the morning“ - Intro
beginnen die Amis dem Hörer ihre Mischung aus Death Metal,
Hardcore und diversen New Metal – Einsprengseln um die Ohren
zu pusten, die im Bandinfo schlicht und einfach als „Insane
Death Metal“ bezeichnet wird. Ich wünsche mir, die
Jungs hätten es bei dem Intro belassen, denn was danach folgt,
ist einfach nur schlecht. Langweilige Riffs treffen auf pseudoprogressive
Songstrukturen und unerträgliche Vocals. Bei MALEFACTOR
sind gleich vier Bandmitglieder für den „Gesang“
zuständig. Besonders schön wird es, wenn allesamt wüst
durcheinander kreischen und schreien. Von durchdachten Gesangslinien
kann hier keine Rede sein. Der größte Teil der Spielzeit
wird aber von einem absolut unverständlichen, überzogenen
Gekreische dominiert, das in einem den Wunsch aufkeimen lässt,
man könne es wie in den Asterix-Comics handhaben und den
Schreihals einfach gefesselt und geknebelt an den nächsten
Baum hängen.
Die Songs an sich sind zum größten Teil ebenfalls unterirdisch
schlecht. Aber wenigstens ist man so „innovativ“ und
lässt die meisten Titel mit akustischen Parts beginnen und
flechtet diese auch immer wieder in die „progressiven“
Songstrukturen ein. Daran wäre eigentlich nichts auszusetzen,
wenn das gesamte Material nicht ständig zwischen Einfallslosigkeit
und Dilettantismus pendeln würde. Bei Machwerken wie Masticate
oder Dark Outcast weiß man einfach nicht, ob man
vor Langeweile einschlafen, genervt schreien oder den Mist einfach
nur ausschalten soll. In diesem Punkt hat das Infoblatt durchaus
recht. Die Musik von MALEFACTOR ist tatsächlich
schizophren. Und auch in einem zweiten Aspekt stimme ich mit dem
Zettel überein. Die Musik wird als nicht einfach zu verstehen
beschrieben. Das ist richtig, da ich auch nach etlichen Hördurchgängen
noch nicht verstanden habe, was die Amis mit Death
Falls Silent eigentlich wollen. Wenn „nicht
einfach zu verstehen“ die freundliche Labelumschreibung
für „chaotischen, pseudoprogressiven Müll“
ist, dann haben wir es hier mit einem der treffsichersten Infoblätter
überhaupt zu tun. Und da der Beipackzettel sowieso viel interessanter
ist als diese CD, werde ich ihn jetzt einfach anstelle von Death
Falls Silent in das CD-Fach meiner Anlage stopfen
und mich eingehend mit der Frage beschäftigen, wer sich dieses
Album jemals freiwillig anhören könnte. Wenn jemand
von euch mit „ICH!!!“ antworten kann, dann gebt mir
einfach Bescheid und das Promo gehört euch. Aber bitte hinterher
keinen Schadensersatz einfordern. Ich habe euch gewarnt!
Malefactor |