MALEFACTOR – Death Falls Silent
Label: Metal Age Productions

Release: Januar 2003

Von: MrPotato
Punkte: 2,5
 

Hier haben wir es mit dem Debüt der amerikanischen Band MALEFACTOR zu tun. Ich sage es zwar nicht gerne, aber ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn Death Falls Silent zugleich auch das letzte Album des Fünfers aus den Staaten wäre.
Nach dem furchtbar originellen und noch niemals zuvor verwendeten „I love the smell of napalm in the morning“ - Intro beginnen die Amis dem Hörer ihre Mischung aus Death Metal, Hardcore und diversen New Metal – Einsprengseln um die Ohren zu pusten, die im Bandinfo schlicht und einfach als „Insane Death Metal“ bezeichnet wird. Ich wünsche mir, die Jungs hätten es bei dem Intro belassen, denn was danach folgt, ist einfach nur schlecht. Langweilige Riffs treffen auf pseudoprogressive Songstrukturen und unerträgliche Vocals. Bei MALEFACTOR sind gleich vier Bandmitglieder für den „Gesang“ zuständig. Besonders schön wird es, wenn allesamt wüst durcheinander kreischen und schreien. Von durchdachten Gesangslinien kann hier keine Rede sein. Der größte Teil der Spielzeit wird aber von einem absolut unverständlichen, überzogenen Gekreische dominiert, das in einem den Wunsch aufkeimen lässt, man könne es wie in den Asterix-Comics handhaben und den Schreihals einfach gefesselt und geknebelt an den nächsten Baum hängen.
Die Songs an sich sind zum größten Teil ebenfalls unterirdisch schlecht. Aber wenigstens ist man so „innovativ“ und lässt die meisten Titel mit akustischen Parts beginnen und flechtet diese auch immer wieder in die „progressiven“ Songstrukturen ein. Daran wäre eigentlich nichts auszusetzen, wenn das gesamte Material nicht ständig zwischen Einfallslosigkeit und Dilettantismus pendeln würde. Bei Machwerken wie Masticate oder Dark Outcast weiß man einfach nicht, ob man vor Langeweile einschlafen, genervt schreien oder den Mist einfach nur ausschalten soll. In diesem Punkt hat das Infoblatt durchaus recht. Die Musik von MALEFACTOR ist tatsächlich schizophren. Und auch in einem zweiten Aspekt stimme ich mit dem Zettel überein. Die Musik wird als nicht einfach zu verstehen beschrieben. Das ist richtig, da ich auch nach etlichen Hördurchgängen noch nicht verstanden habe, was die Amis mit Death Falls Silent eigentlich wollen. Wenn „nicht einfach zu verstehen“ die freundliche Labelumschreibung für „chaotischen, pseudoprogressiven Müll“ ist, dann haben wir es hier mit einem der treffsichersten Infoblätter überhaupt zu tun. Und da der Beipackzettel sowieso viel interessanter ist als diese CD, werde ich ihn jetzt einfach anstelle von Death Falls Silent in das CD-Fach meiner Anlage stopfen und mich eingehend mit der Frage beschäftigen, wer sich dieses Album jemals freiwillig anhören könnte. Wenn jemand von euch mit „ICH!!!“ antworten kann, dann gebt mir einfach Bescheid und das Promo gehört euch. Aber bitte hinterher keinen Schadensersatz einfordern. Ich habe euch gewarnt!

Malefactor