MACHINE MEN - Scars & Wounds
 
Label: Dynamic Arts Records
Release: 26.02.2004
Von: Alex
Punkte: 8
Time: 45.33
Stil: Power Metal
URL: Machine Men
 
Es ist immer wieder zum Staunen wie viele gute Bands aus Finnland kommen - oder ist es einfach so, dass die Labels keine schlechten finnischen Bands unter Vertrag nehmen? Aber egal woran es wohl iegen mag - hier kommen die nächsten Vertreter des finnischen Stahls, und sie heissen MACHINE MEN. Wie bei jeder Truppe aus dem Land der tausend Seen sind die Instrumentalfähigkeiten tadellos, die Produktion ist tadellos, und der Sänger ist tadellos in seiner Interprätation eines gewissen Bruce Dickinson...

Man schaut sich die Jungs an, und sie sehen ungefähr so aus wie die typischen Melodic/Deathsters, mit einer Ausnahme: Sänger Antony sieht aus, als käme er direkt aus irgendeiner Gothband mit seinen geschminkten Augen und dergleichen. Aber ehrlich, das hat nix mit der Mucke zu tun; es ist nur komisch, da die Überraschung umso größer wird, wenn man die Scheibe in den Player reinschiebt, und aus den Boxen quasi Iron Maiden kommt. Ja genau, die Jungspunde von MACHINE MEN haben sicherlich alle zahlreiche Poster von der Eisernen Jungfrau auf den Wänden ihrer Zimmer, und das kommt sehr deutlich in der Musik zur Geltung.

Am deutlichsten spürbar wird dies aber wenn Fronter Antony seinen Mund öffnet. Mann, ich hab' nicht gewusst, dass Bruce Dickinson einen kleineren Bruder hatte, falls dieser Bruder dasselbe hervorragende Organ wie 'The Air-Raid Siren' besitzt. Es ist unglaublich wie ähnlich die Stimme klingt! Auf den acht Songs von Scars & Wounds wird dem Hörer reinster Maidenstahl (New School) der Marke Brave New World und Dance Of Death geboten, den Jungs gelingt es aber auch einige eigene Elemente in den Gesamtmix reinzupressen. Melodisch, und obwohl meisteins im Mid-Tempo angesiedelt, gibt's da auch einige schnellere Kracher. Tracks die mir sofort in ihren Bann reinziehen sind Opener Against The Freaks (erinnert sehr and Wildest Dreams und Rainmaker von Dance of Death), Silver Dreams (irgendwie The Wicker Man von Brave New World ähnelnd), der treibende Riffkracher Victim und Abschlusstrack Scars & Wounds wo man sich glänzend zwischen Mid-Tempo und Ballade schwingt. Antonys Vocals sind hier sehr emotional und wunderschön. Dort kommen auch einige gotische Elemente zum Ausdruck.

Insgesamte eine feine Schiene, obwohl das Album doch zu kurz kommt. Acht Tracks? Nein, falls die Labels den Vollpreis von uns verlangen werden, muss mehr drauf sein. Ein anderer Kritikpunkt wäre der Maiden-Einfluss (obwohl fein geleistet), der irgendwie zu offensichtlich wird. Sonst habt ihr Jungfrauliebhaber und andere Fans des finnischen melodischen Metals meine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Anspielstipps: Against The Freaks, Silver Dreams, Victim, Scars & Wounds