Es
ist immer wieder zum Staunen wie viele gute Bands aus Finnland
kommen - oder ist es einfach so, dass die Labels keine schlechten
finnischen Bands unter Vertrag nehmen? Aber egal woran es wohl
iegen mag - hier kommen die nächsten Vertreter des finnischen
Stahls, und sie heissen MACHINE MEN. Wie bei
jeder Truppe aus dem Land der tausend Seen sind die Instrumentalfähigkeiten
tadellos, die Produktion ist tadellos, und der Sänger ist
tadellos in seiner Interprätation eines gewissen Bruce Dickinson...
Man
schaut sich die Jungs an, und sie sehen ungefähr so aus wie
die typischen Melodic/Deathsters, mit einer Ausnahme: Sänger
Antony sieht aus, als käme er direkt aus irgendeiner Gothband
mit seinen geschminkten Augen und dergleichen. Aber ehrlich, das
hat nix mit der Mucke zu tun; es ist nur komisch, da die Überraschung
umso größer wird, wenn man die Scheibe in den Player
reinschiebt, und aus den Boxen quasi Iron Maiden kommt. Ja genau,
die Jungspunde von MACHINE MEN haben sicherlich
alle zahlreiche Poster von der Eisernen Jungfrau auf den Wänden
ihrer Zimmer, und das kommt sehr deutlich in der Musik zur Geltung.
Am
deutlichsten spürbar wird dies aber wenn Fronter Antony seinen
Mund öffnet. Mann, ich hab' nicht gewusst, dass Bruce Dickinson
einen kleineren Bruder hatte, falls dieser Bruder dasselbe hervorragende
Organ wie 'The Air-Raid Siren' besitzt. Es ist unglaublich wie
ähnlich die Stimme klingt! Auf den acht Songs von Scars
& Wounds wird dem Hörer reinster Maidenstahl
(New School) der Marke Brave New World und
Dance Of Death geboten, den Jungs gelingt
es aber auch einige eigene Elemente in den Gesamtmix reinzupressen.
Melodisch, und obwohl meisteins im Mid-Tempo angesiedelt, gibt's
da auch einige schnellere Kracher. Tracks die mir sofort in ihren
Bann reinziehen sind Opener Against The Freaks (erinnert
sehr and Wildest Dreams und Rainmaker von Dance
of Death), Silver Dreams (irgendwie The
Wicker Man von Brave New World ähnelnd),
der treibende Riffkracher Victim und Abschlusstrack Scars
& Wounds wo man sich glänzend zwischen Mid-Tempo
und Ballade schwingt. Antonys Vocals sind hier sehr emotional
und wunderschön. Dort kommen auch einige gotische Elemente
zum Ausdruck.
Insgesamte
eine feine Schiene, obwohl das Album doch zu kurz kommt. Acht
Tracks? Nein, falls die Labels den Vollpreis von uns verlangen
werden, muss mehr drauf sein. Ein anderer Kritikpunkt wäre
der Maiden-Einfluss (obwohl fein geleistet), der irgendwie zu
offensichtlich wird. Sonst habt ihr Jungfrauliebhaber und andere
Fans des finnischen melodischen Metals meine uneingeschränkte
Kaufempfehlung.
Anspielstipps:
Against The Freaks, Silver Dreams, Victim, Scars & Wounds |