LUNAR ECLIPSE – Morbid Visions

 
Label: Eigenproduktion
Release: 13.04.2007
Von: the.wangacopta
Punkte: 6.5/10
Time: 40:06
Stil: Death Metal
URL: Lunar Eclipse
 
10 Jahre nach ihrer ersten Demo-Veröffentlichung legen uns LUNAR ECLIPSE mit Morbid Visions anno 2007 ihr zweites komplettes Album vor. Durch ihre vier Demos und dem 2003 erschienenen Album Chapter Omega werden die fünf Bremer als hoffnungsvoller und interessanter Newcomer (wenn man dies beim 10-jährigen Bestehen der Combo denn noch so sagen kann) der hiesigen Metal-Szene gehandelt. Unsere mighty Cal haben LUNAR ECLIPSE im Mai 2001 so sehr beeindruckt, dass unser female leadership sie glatt zur Band des Monats kürte. Ein Grund mehr um hier sechs Jahre später genauer hinzuhören.
Wer die Hoffnung hegt das Morbid Visions nicht nur vom Titel her sondern auch von der Musik an die gleichnamige Scheibe von Sepultura angelehnt ist, den muss ich hier enttäuschen. Sicherlich kann mit einer gewissen Regelmäßigkeit die eine oder andere Bolt Thrower Anleihe ausgemacht werden, wie z.B. beim Opener Rise Of The Undead, The Reaper oder Nightmares, beglückt werden hier vielmehr alle Fans des melodischen Death Metal. Auf Morbid Visions scheut man sich nicht davor mit Infinity und The End Of Harmony gleich zwei gefühlvolle Instrumentalstücke einzubauen wobei letzterer gleichzeitig als Intro für Misanthropy dient – einer der schnelleren Songs der Scheibe. Bei The Abyss tendieren LUNAR ECLIPSE hingegen leicht zum Black Metal bevor sie in Dead End wieder zu ihrem Ursprungssound zurückkehren – langsam gespielter Death Metal mit einer guten Prise Melodie. Was sich LUNAR ECLIPSE allerdings bei den Propaganda-Einspielungen aus der NS-Zeit beim Song Through The Fire gedacht haben, ist mir sehr schleierhaft. Hierzu gibt’s leider kein Statement oder Text im Booklet der hier das Warum erklären könnte. Schwierig. Schwierig ist auch über die Gesamtdauer des Albums der zum Teil übertrieben tiefe Gesang von Sänger Rolf Quast-Janßen, der, obwohl er gerne variiert, nicht immer passend rüberkommt.
Obwohl LUNAR ECLIPSE auf Morbid Visions versuchen viele Dinge unter einen Hut zu bekommen und es auch immer mal wieder schaffen Atmosphäre aufzubauen, bleibt im Gesamtbild doch eine bestimmte Eintönigkeit vorherrschend. Interessant ist der Stoff allemal gespielt, allerdings werden hier aber meine Erwartungen an einen Hoffnungsträger nicht erfüllt. So reicht es dann in der Konsequenz auch nicht zu einer erneuten Kür zur Band des Monats. Was ich den Bremern allerdings hoch anrechne, ist der amtliche Sound den sie hier bieten. Morbid Visions wurde in kompletter Eigenregie aufgenommen, gemixt und gemastert. Vielleicht sollte sich ein Label LUNAR ECLIPSE annehmen und pushen, dann bin ich auf das nächste Album gespannt!