10
Jahre nach ihrer ersten Demo-Veröffentlichung legen uns
LUNAR ECLIPSE mit Morbid Visions
anno 2007 ihr zweites komplettes Album vor. Durch ihre vier
Demos und dem 2003 erschienenen Album Chapter Omega
werden die fünf Bremer als hoffnungsvoller und interessanter
Newcomer (wenn man dies beim 10-jährigen Bestehen der Combo
denn noch so sagen kann) der hiesigen Metal-Szene gehandelt.
Unsere mighty Cal haben LUNAR ECLIPSE im Mai
2001 so sehr beeindruckt, dass unser female leadership sie glatt
zur Band des Monats kürte. Ein Grund mehr um hier sechs
Jahre später genauer hinzuhören.
Wer die Hoffnung hegt das Morbid Visions
nicht nur vom Titel her sondern auch von der Musik an die gleichnamige
Scheibe von Sepultura angelehnt ist, den muss ich hier enttäuschen.
Sicherlich kann mit einer gewissen Regelmäßigkeit
die eine oder andere Bolt Thrower Anleihe ausgemacht werden,
wie z.B. beim Opener Rise Of The Undead, The Reaper
oder Nightmares, beglückt werden hier vielmehr
alle Fans des melodischen Death Metal. Auf Morbid
Visions scheut man sich nicht davor mit Infinity
und The End Of Harmony gleich zwei gefühlvolle
Instrumentalstücke einzubauen wobei letzterer gleichzeitig
als Intro für Misanthropy dient – einer
der schnelleren Songs der Scheibe. Bei The Abyss tendieren
LUNAR ECLIPSE hingegen leicht zum Black Metal
bevor sie in Dead End wieder zu ihrem Ursprungssound
zurückkehren – langsam gespielter Death Metal mit
einer guten Prise Melodie. Was sich LUNAR ECLIPSE
allerdings bei den Propaganda-Einspielungen aus der NS-Zeit
beim Song Through The Fire gedacht haben, ist mir sehr
schleierhaft. Hierzu gibt’s leider kein Statement oder
Text im Booklet der hier das Warum erklären könnte.
Schwierig. Schwierig ist auch über die Gesamtdauer des
Albums der zum Teil übertrieben tiefe Gesang von Sänger
Rolf Quast-Janßen, der, obwohl er gerne variiert, nicht
immer passend rüberkommt.
Obwohl LUNAR ECLIPSE auf Morbid
Visions versuchen viele Dinge unter einen Hut
zu bekommen und es auch immer mal wieder schaffen Atmosphäre
aufzubauen, bleibt im Gesamtbild doch eine bestimmte Eintönigkeit
vorherrschend. Interessant ist der Stoff allemal gespielt, allerdings
werden hier aber meine Erwartungen an einen Hoffnungsträger
nicht erfüllt. So reicht es dann in der Konsequenz auch
nicht zu einer erneuten Kür zur Band des Monats. Was ich
den Bremern allerdings hoch anrechne, ist der amtliche Sound
den sie hier bieten. Morbid Visions
wurde in kompletter Eigenregie aufgenommen, gemixt und gemastert.
Vielleicht sollte sich ein Label LUNAR ECLIPSE
annehmen und pushen, dann bin ich auf das nächste Album
gespannt!